Dynamische Entwicklung im Gemüsebau  

 

Eine Gartenbauerhebung wird etwa alle zehn Jahre durchgeführt, die letzte im Jahr 2005. Die vorangegangene datierte aus dem Jahr 1994. Aus einem Vergleich der erhobenen Daten geht hervor, dass der gesamte Gartenbausektor in den letzten elf Jahren durch eine rückläufige Anzahl Betriebe und eine Flächenausweitung geprägt ist. In überdurchschnittlichem Maß trifft dies für den Gemüsebau zu.

In der Erhebung 2005 wurden 12.021 Betriebe mit Gemüseanbau ermittelt, die eine Fläche von 97.218 Hektar bewirtschafteten. Ein Vergleich mit der Erhebung vor elf Jahren ist nicht uneingeschränkt möglich, da sich die für die Erfassung notwendige Mindestbetriebsgröße verändert hat. Sie lag 1994 bei 0,15 Hektar, im Jahr 2005 bei 0,3 Hektar. Um die Angaben vergleichbar zu machen, wurden nur Betriebe ab einer Größe von 0,5 Hektar berücksichtigt. Davon gab es 1994 13.989 Betriebe, die eine Fläche von 70.701 Hektar bewirtschafteten. 2005 waren es mit 10.368 Betrieben zwar 26 Prozent weniger, die aber 96.883 Hektar und damit 37 Prozent mehr bewirtschafteten. Im Vergleich zu Obst anbauenden Betrieben fällt sowohl der Rückgang der Betriebszahl als auch das Flächenplus überdurchschnittlich aus. Die durchschnittlich pro Betrieb bewirtschaftete Fläche stieg somit von 5,05 Hektar auf 9,34 Hektar.

Auch wenn aufgrund der veränderten Erfassungsuntergrenzen kein Vergleich der kleinsten Betriebe möglich ist, lässt sich für die Betriebe ab 0,5 Hektar deutlich zeigen, dass die Zahl der Betriebe um so stärker zurückgegangen ist, je kleiner sie waren. In der Größenklasse 0,5 bis 1 Hektar ging die Anzahl der Betriebe mit Gemüsebau um 48 Prozent zurück, in der Klasse 1 bis 2 Hektar um 37 Prozent, in der Klasse 2 bis 5 Hektar um 30 Prozent und in der Klasse 5 bis 10 Hektar um 19 Prozent. Die Anzahl großer Betriebe ist gestiegen, in der Größenklasse 10 bis 20 Hektar um sechs Prozent, bei Betrieben ab 20 Hektar um 55 Prozent. In der Tendenz ähnlich, aber prozentual zum Teil sogar noch extremer fallen die Entwicklungen hinsichtlich der Flächen aus. So sind die Flächen in Betrieben bis zehn Hektar zurückgegangen, blieben relativ stabil bei Betrieben mit 10 bis 20 Hektar, und haben sich in Betrieben über 20 Hektar mehr als verdoppelt. Somit befinden sich mittlerweile etwa 65 Prozent der Flächen in Betrieben mit mehr als 20 Hektar gartenbaulicher Nutzfläche, 1994 lag der Anteil bei 42 Prozent. 

Quelle: www.zmp.de