Rapsöl und Cholesterin

 

Immer häufiger findet sich auf exklusiven Ölsorten der unsinnige Hinweis: „cholesterinfrei". Auch der Newcomer Rapsöl ist davon nicht ausgenommen. Doch das einzige, was Rapsöl mit Cholesterin verbindet, ist die Zugehörigkeit zur Gruppe der fettähnlichen Substanzen, der sog. Lipide. Damit hört aber schon die Gemeinsamkeit auf.

Schauen wir uns zunächst das Cholesterin - Fachleute sprechen von Cholesterol - an: Es ist ein Isoprenoid und hat eine komplizierte chemische Formel. Es wird nur im tierischen und menschlichen Körper gebildet. Entsprechend findet es sich in allen Lebensmitteln tierischen Ursprungs von Milch über Butter und Ei bis hin zu Fleisch und Fisch. Ja, Kaviar ist sogar eine echte Cholesterinbombe!

Den größten Teil des Cholesterins in unserem Körper bilden wir aber selber. Wir brauchen es als Zellbaustein, zur Hormonbildung und als Bestandteil der Gallensäuren. Cholesterin ist also lebensnotwendig, aber wir können es selber herstellen und sind nicht auf eine Zufuhr über die Nahrung angewiesen. Zuviel einer bestimmten Form von Cholesterin in unserem Blut kann dem Körper schaden und Arteriosklerose zur Folge haben. Pflanzen haben nicht die Möglichkeit, Cholesterin zu bilden. Sie enthalten statt dessen Phytosterine, die dem Cholesterin ähnlich sind und ihrerseits die Aufnahme von Cholesterin in unserem Darm behindern. Pflanzliche Fette sind also von Natur aus völlig cholesterinfrei und haben sogar eine Anti-Cholesterinwirkung.

Mit anderen Worten: einem Pflanzenöl die Kennzeichnung cholesterinfrei zu geben, ist wahr, aber völlig selbstverständlich und deshalb unsinnig - für den, der sich auskennt.

 

Quelle: http://www.cma.de