Erntedankfest 2002

"Die Natur hat ihre eigenen Gesetze"
Erntedankfest im Domflecken lockt über 5000 Besucher an


Der Sieger am Tag der gestrigen Wahl stand für die Bardowicker bereits am Nachmittag fest: "Ob Schröder oder Stoiber ist hier jetzt egal, Bardowicker Gemüse ist immer erste Wahl", hieß es auf dem Wagen Nummer 20. Der Spielmannszug des Fleckens hatte zum Erntedankfest des Gemüsebauvereins aus Blumen, Ähren und Gemüse eine Säulengrafik und Urnen gebastelt. Etwa 5000 Besucher bestaunten den Umzug mit 21 große Wagen, gestaltet von Vereinen und Gemeinschaften.
Zum 51. Erntedankfest hatte der Bardowicker Gemüsebauverein eingeladen. Seit 25 Jahren beteiligt sich daran die Wagenbaugemeinschaft "Nodeldiek" um Werner Bardowicks und Ingrid Meyer. Etwa 5000 rosafarbenen Dahlien, erzählte Werner Bardowicks, habe die Gruppe benötigt, um ein großes Schwein zu bilden.
"So viele Blüten zu bekommen, war schwierig, ", berichtete er, sei doch die Blumenernte aufgrund der Witterung im Sommer - zuerst zu feucht, dann zu trocken - ausgesprochen dürftig ausgefallen. "Hochwasser, Gewitter und Sturm, in unserer Umwelt steckt der Wurm, damit wir alles überstehen, gibt es Gemüse hier zu sehen", reimte denn auch die Wagenbaugemeinschaft. Die Flutkatastrophe mit ihrem Einfluss auf die Landwirtschaft stand auch im Mittelpunkt aller Reden. "Die Natur hat noch immer ihre eigenen Gesetze. Das hat sie 2002 gezeigt", meinte Hermann Bardowicks, Vorsitzender des Festausschusses.
"Die Freude über das, was in Feld und Flur herangewachsen ist, ist überschattet durch die hohen Verluste durch den Dauerregen", bedauerte Kreislandwirt Hans-Jürgen Detje. Allein bei der Getreide- und der Rapsernte seien Einbußen bis zu 50 Prozent zu verzeichnen. Viele Bauern seien akut in ihrer Existenz gefährdet, erklärte der Kreislandwirt und forderte die Festbesucher zur Nachdenklichkeit und
Dankbarkeit auf.
Als "Gemüsekammer des Landkreises" bezeichnete Jens Kaidas, stellvertretender Landrat, den Flecken. Von den Anfängen des Gemüsebaus bis heute habe sich viel verändert. Lebensmittelskandale in jüngster Vergangenheit und das Hochwasser hätten den Gedanken ans tägliche Brot und somit das eigentliche Anliegen des Erntedankfestes den Menschen wieder nähergebracht. Manfred Heinrichs, stellvertretender Samtgemeindebürgermeister Bardowicks, nannte die Veranstaltung eines der "größten und volkstümlichsten Erntedankfeiern im norddeutschen Raum".
Eine siebenköpfige Jury, so Vorsitzender Hermann Bardowicks, bewertete die Wagen. Beurteilt wurden Idee, Handarbeit und Gesamtbild. Maximal waren 21 Punkte zu vergeben. Prämiert wurden - Jugend: 1. Leuchtturm, Flötenmäuse; 2. Gießkanne, Saskia/Jana Matthias; 3. Schneemann, Michael/Daniel Rieckmann.

Erwachsene: 1. Altar, Wagenbaugemeinschaft (WGB) Stephan Kruse; 2. Dürers Hände, WGB Dorfstraße; 3. Ziehbrunnen, WGB Bahnhof.