Erntedankfest 2003

Bardowick feierte sein Erntedankfest

Ein Hoch der Monarchie: Neun Königinnen aus der Region beehrten das Bardowicker Erntedankfest mit ihrem Besuch. Fisch-, Heide-, Wein-, Rosen- und Hyazinthenmajestäten fuhren fröhlich in einer Kutsche zum ersten Mal mit im Festumzug am Sonntag. "Wir wollten mit der Einladung mal was anderes versuchen", meinte Hermann Bardowicks jun., Vorsitzender des Festausschussses, der im Namen des Gemüsebauvereins Bardowick das Ereignis organisiert. Tausende Zuschauer säumten die Straßen, als sich unter blauem Himmel die 23 Ernte- und 15 Jugendwagen - dazwischen marschierten Musikzüge und Show-Kapellen - durch Bardowick schlängelten.
Vorneweg ging die Bardowicker Trachtengruppe, gefolgt vom Spielmannszug Bardowick. Beim Dom wurde angehalten, um die mannsgroße Erntekrone herauszuholen. Pastorin Susanne Ackermann gab den Mädchen der Landjugend gute Wünsche und den Segen mit auf den weiteren Weg. Ihr 50-jähriges Bestehen feierte die Landjugend mit einer mehrstöckigen Festtorte, die, gesteckt aus vielen Dahlienblüten, auf einem Wagen thronte. Ob "Ut Bardowicker Pütt und Pann", "die Gemüsepiraten" oder Motive wie der St. Florian, gefertigt von der Jugendfeuerwehr Bardowick, ein flauschiges Bett, eine Laterne mit Tor, eine Bundeslade, aus unzähligen Ähren zusammengeklebt - immer waren die Früchte des Feldes, Gemüse, Getreide, auch Blumen mit im Spiel: Erntedank auf die unterschiedlichste Art.

Auf dem Festplatz kamen alle sieben Musikzüge und die Wagen zu einem farbenprächtigen Bild zusammen. Umrahmt war der Platz von zahlreichen Buden, in denen Getränke, Leckereien, Spielzeug angeboten wurden. Vor dem alten Feuerwehrhaus war ein rege genutztes Zelt für 250 Personen aufgebaut. Nachdem Hermann Bardowicks alle Gäste gegrüßt hatte, übernahm Bardowicks 1. Rathmann Manfred Harms die Aufgabe, in einem Abwasch die Grüße des Fleckens, der Samtgemeinde, des Kreises und des Landvolks zu überbringen. Harms sprach in fließendem Platt einige Worte zum sehr trockenen und heißen Sommer, in dem die Bauern große Probelem gehabt hätten. So sei es nur "durch veel Sprengen gelungen, doch noch gode Ware zu erzeugen". Er lobte den "wunderscheunen" Festumzug und die Fantasie der Wagenbauer, denen immer wieder neue Motive einfielen.

Den 1. Preis errang unter den Erwachsenen der Zug mit zwei Personen- und einem Gemüsewagen, die Lok stieß Dampfwolken aus. Die Wagenbaugemeinschaft (WBG) Burmester hat das Meisterstück gefertigt: "Rund 800 Stunden haben wir gebaut", berichtete einer der 15 Mitglieder." Den zweiten Platz belegte das Riesenrad (WBG Meyer-Fenselau), den dritten der Papagei (WBG Stefan Kruse). Beim Nachwuchs setzte sich das "Gemüseschiff" an die Spitze, dahinter platzierten sich das "Herz" der Flötenmäuse und der "Vititurm" von Anouschka Prehn und Isabell Warnecke.

aus der Landeszeitung, 22.09.2003

 

 Nachlese: Ansturm auf Bardowick

Auf gut 6000 schätzt Hermann Bardowicks jun. die Zahl der Besucher beim Bardowicker Erntedankfest: "Endgültig wissen wir das erst in ein, zwei Wochen", erklärt der Vorsitzende des Festausschusses am Montag. "Es gab keine besonderen Vorkommnisse, alles ist glatt abgelaufen", zieht er ein erstes allgemeines Resümee der Veranstaltung: "Das zum ersten Mal vor dem alten Feuerwehrgerätehaus aufgestellte Festzelt mit Platz für 250 Personen ist gut angenommen worden."

Neu "im Angebot" waren auch die acht eingeladenen Königinnen aus der Region. Den weitesten Weg nach Bardowick legte die Rosenfee Nadine Rosenmeyer aus Hann. Münden zurück. Aus dem Nachbarbundesland Mecklenburg-Vorpommern kam die Boizenburger Hyazinthenkönigin Ingrid Riedel. Alle acht fuhren in einer Kutsche im Festumzug mit. Die Wittorfer Heidekönigin ist in jedem Jahr dabei.

Im Mittelpunkt des Festes standen auch die Musikzüge Duderstadt, Plön/ Preetz, Avanti aus Groningen (Holland), Magic Melodie aus Hamburg, die Spielmannszüge aus Wittorf und Bardowick sowie das Blasorchester Salzhausen, die beim Umzug und auf dem Platz in der Worth ihre Musik- und Marschkünste zeigten.

Farbenprächtig präsentierten sich die 23 Ernte- und 15 Jugendwagen, gebaut in vielen Stunden. Gut drei Monate haben beispielsweise die 13 Mitglieder, 17 bis 48 Jahre alt, der Wagenbaugemeinschaft Dorfstraße an ihrem Motiv "Bundeslade mit 10 Geboten" gebastelt. "Die Ähren haben wir mit Goldlack besprüht und mit Fliesenkleber auf die Form aus Spanplatten geklebt", berichtete Klaus Hämmerling. Gezogen wurde der Wagen von einem mächtigen Lanz Bulldog, Baujahr 1952. Die Bundeslade belegte den vierten Platz. "Darüber sind wir doch ziemlich enttäuscht", meinte Markus Winkler, "wir haben uns weiter vorn gesehen."

Fotos zum Erntefest 2003 ( Fotos von Horst Rhau u. Werner Post )

 

aus der Landeszeitung, 23.09.2003