Erntedankfest 2004

Bardowicks bunter Festumzug durch die Gemüsekammer des Landkreises 


Bardowick. Sage da noch einer, die Bardowicker Gemüsebauern hätten keinen erstklassigen Draht zu Petrus: Gestern Morgen noch regnete es wie aus Eimern - das war gut für das Gemüse auf den Feldern. Doch dann ließ sich für den Rest des Tages die Sonne blicken. Und das hob gewaltig die Stimmung bei Norddeutschlands größtem Erntedankfest mit vielen tausend Besuchern in Bardowick.23 Wagenbaugemeinschaften machten diesmal mit, dazu 16 Motivwagen, die liebevoll von Kindern gestaltet worden waren. "So viele waren schon lange nicht mehr dabei", quittierte denn auch Hermann Bardowicks, Vorsitzender des Festausschusses des Bardowicker Gemüsebauvereins, das Engagement. Seit den 50-er Jahren finden die jährlichen Erntedank-Umzüge rund um den Bardowicker Dom statt - und dennoch fallen den Wagenbauern immer neue Ideen für ihre Motivwagen ein, wobei das Gemüse, ganz klar, im Vordergrund steht.Aber auch die olympischen Spiele inspirierten offenbar einige Bastler: So zierten einen Wagen die olympischen Ringe, einen anderen ein Siegerpodest. Aber auch Obelix rollte überdimensional an den Bardowickern vorbei - genauso eindrucksvoll, wie der riesige Blütenwal, aus dessen Luftloch wie beim lebenden Vorbild eine Wasserfontäne schoss.
"Wenn man ein so großes Publikum nach Bardowick locken möchte, muss man schließlich etwas bieten", lobte Bardowicks erster Rathmann, Manfred Harms, den Ideenreichtum der Teilnehmer. "Bardowick ist die Gemüsekammer des Landkreises Lüneburg", befand Landrat Franz Fietz, der in seinem Grußwort die hohe Bedeutung der Landwirtschaft hervor hob. Auch wenn die Zahl der Betriebe bundesweit in den vergangenen 50 Jahren dramatisch zurückgegangen sei von einstmals 2,3 Millionen Höfen auf heute nur noch etwa 500 000. Für "faire Preise für qualitativ hochwertige Lebensmittel" setzte sich in seinem Grußwort Kreislandwirt Hans-Jürgen Detje ein: "Nach der extremen Nässe 2002 und der Trockenheit 2003 haben wir dieses Jahr eine gute Ernte", betonte Detje - "das darf jedoch nicht dazu führen, dass die Preise deshalb in den Keller fallen und die Lebensmittel jetzt in den Supermärkten regelrecht verramscht werden."

aus der Landeszeitung, 20.09.2004