Erntedankfest 2005

Festwagen-Karussell dreht sich beim Bardowicker Erntefest

22 Motivwagen ziehen durch den Ort - Tausende begeisterte Besucher säumen die Straßen

Bardowick. Eine Runde auf dem Gemüsekarussell zu drehen, weckt die Lebenskraft, versprachen die Bardowicker gestern den vielen tausend Besuchern bei ihrem großen Erntedankfest. Denn so stand es auf dem Schild des prächtigen Wagens, der nur einer von insgesamt 22 sehenswerten Festwagen war. Der große Umzug durch den Ort ist traditionell der Höhepunkt zum Erntedank. Und wie auf einem Karussell ging es dabei mächtig rund.Zahlreiche Musikgruppen aus den Vereinen sorgten für das stimmungsvolle Begleitprogramm. Die Besucher bewunderten derweil die Festwagen. Bardowicks Erster Rathmann Manfred Harms weiß, wie viel Arbeit hinter den liebevoll gestalteten Wagen steckt: "Jede Blüte wird einzeln mit einem Nagel in Styropor gedrückt."Dabei packen alle mit an - arbeiten zusammen, wie es auf den Bauernhöfen ohnehin üblich ist. "Wenn Not am Mann ist, helfen auch die Alten mit", lobte Harms in seinem Grußwort. Das sei bei dem Kostendruck aber auch kaum anders möglich. Kreislandwirt Hans-Jürgen Detje sah es ähnlich: "Der Lebensmitteleinzelhandel erlebt eine enorme Konzentration. Die Erzeugerpreise gehen in den Keller." Das träfe gerade Niedersachsen, wo Landwirtschaft und Ernährungsindustrie der zweitgrößte Wirtschaftssektor nach der Automobilindustrie seien. "Irgendwann gibt's dafür die Quittung", meinte der Kreislandwirt.

Auch bei den Festwagen hatten die Wagenbauer die Sorgen aufgegriffen - mit einem riesigen Blüten-Boxhandschuh etwa: "Die Zuckerrübe geht K. o." und "Wer bekommt den nächsten Boxhieb aus Brüssel ?" stand daran. Zudem drückt der hohe Spritpreis die Landwirte. 77,50 Euro für 35 Liter zeigte die Zapfsäule, die sich auf einem weiteren Wagen drehte. Eine Runde auf dem Gemüsekarussell-Wagen schmeckte da sicher auch vielen Besuchern besser: In den Kisten an den Ketten lagen schließlich die prächtigen Erzeugnisse der Bardowicker Bauern."Mit der Ernte können wir zufrieden sein", betonte denn auch der Festausschussvorsitzende Hermann Bardowicks. Das galt aber auch für die Erntedankfeier, wie Erster Kreisrat Dr. Stefan Porwol fand: "Das Wetter passt, ein tolles Fest", freute er sich.

aus der Landeszeitung, 19.09.2005

Erntedankfest Bardowick ist ein Renner 

6000 Besucher bestaunen Motivwagen


Tolles Wetter, prima Stimmung und prächtige Festwagen: Das Erntedankfest in Bardowick war einmal mehr ein Erfolg. "Rund 6000 Besucher waren dabei. Wir sind sehr zufrieden", betont der Vorsitzende des Festausschusses, Hermann Bardowicks. Und zufrieden sind auch die Sieger der großen Festwagen-Prämierung. Bei den Erwachsenen gewann der Kürbis der Wagenbaugemeinschaft Bahnhof, bei den Kindern die Arche der Familien Ewald und Burmester.Große Mühe gegeben hatten sich aber alle Wagenbauer. Die Vorbereitungen beginnen meist schon frühzeitig. "Wir haben im August angefangen, uns dann einmal pro Woche getroffen und am Wagen gearbeitet", berichtet Uwe Matthies von der 14-köpfigen Wagenbaugemeinschaft Bahnhof. Entstanden ist ein mit Roggen bestreuter Kürbis, der 2,50 Meter im Durchmesser misst. 40 Kilogramm Roggen waren dafür nötig. Es war bereits der 26. Wagen der Gemeinschaft, auch gewonnen hatte die Truppe vom Bahnhof schon einmal. "Aber über so einen Erfolg freut man sich jedes Mal wieder sehr", sagt Matthies. Bei den Kindern siegten die Familien Ewald und Burmester mit einer Arche. Der Wagen war mit unzähligen Blüten besetzt, die Kinder Nadine und Jaime sowie Tim und Sophie saßen stolz in dem Schiff und winkten den Zuschauern am Straßenrand zu. Auch für die beiden Familien war der Sieg bei der Prämierung eine tolle Sache. Wie auch der Festumzug insgesamt: Gerade die große Vielfalt an Wagen sei eine prima Werbung für Bardowick, meint der Erste Rathmann, Manfred Harms. Er war erstaunt, wie viele Wagen auch diesmal wieder dabei waren. "So wurde das Erntedankfest ein voller Erfolg. Klasse, dass der Gemüsebauverein das alles auf die Beine stellt", lobt Harms. Auch das Musik- und Tanzprogramm sei sehenswert gewesen. Neu dabei war die Volkstanzgruppe aus Deutsch Evern. "Sonst hatten wir immer unsere Landjugend. Aber die hatten nicht genug Personal", sagt Bardowicks. Er ist sich mit Harms einig, dass die Deutsch Everner ein guter Ersatz waren. "Auf die könnten wir mal wieder zurückgreifen", meint Bardowicks. Insgesamt sei die Mischung beim Publikum bestens angekommen. Daher werde der Festausschuss auch im kommenden Jahr wieder auf das bewährte Erntedankfest-Programm setzen.

aus der Landeszeitung, 20.09.2005 

Feuerwerk an Farben und Formen 

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Gespanntes Warten auf dem Platz vor dem Dom. Erst sind es kleine Grüppchen, dann säumen immer mehr Menschen die Straßenränder für das, was kommt: den großen Festumzug bei Norddeutschlands größtem Erntedankfest in Bardowick. Die Domuhr schlägt zwei, und von ferne sind zuerst die Pauken der Spielmannszüge zu hören. Allmählich rückt der Zug näher, bis ein paar Kinder gelaufen kommen: „Sie kommen!“ Auch in diesem Jahr erfreute der große Ernteumzug durch den Domflecken Tausende Zuschauer von nah und fern. Von Pastor Edzard Siuts nahmen Mitglieder der Landjugend im Dom die große aus Getreide geflochtene Erntekrone in Empfang, bevor der Zug sich den Weg durch den Flecken und zurück zum Festplatz in der Worth bahnte. Vorneweg die neue Bardowicker Wurzelkönigin Katharina Post. In unzähligen Arbeitsstunden hatten die Wagenbauer wieder ein Feuerwerk an Farben und Formen zusammengestellt. Insgesamt 21große Wagen und noch einmal 21 Wagen der Kinder nahmen an dem Spektakel teil. Gezogen von alten und neuen Traktoren tauchten unter anderem eine goldene Sonnenuhr, ein lachender Riesenkürbis oder unter dem Namen Bardowicker Schmuckstück eine detailgenaue Darstellung des Nikolaihofs auf. Auch aktuelle Bezüge wie eine große Zapfsäule fehlten nicht. Bei der anschließenden Prämierung der Wagen auf dem Festplatz in der Worth lag die Wagenbaugruppe Bahnhof mit ihrem grinsenden Kürbis vorn, gefolgt vom Nikolaihof der Wagenbaugruppe Stefan Kruse und der Pferdekutsche der Wurzelkönigin. Platz eins der Jugendwagen belegten Nadine und Jasmin Ewald sowie Tim und Sophie Burmester mit ihrer Arche.

aus Bardowicker Bote, 19.09.2005

 

Die Krone des Ernteumzugs

Umzug: 43 Festwagen starteten zum 54. Bardowicker Erntedankfest

So bunt und so liebevoll gemacht: Auf den Festwagen des Bardowicker Erntedankumzuges gibt es nichts, was es nicht gibt. Riesenspinnen aus vergoldeten Getreidehalmen, ein Kettenkarussell aus roten und weißen Astern, ein grinsender Riesenkürbis aus Getreideähren - wenn die Bardowicker Gemüsebauern ihren Erntedank feiern, kommt Karnevalsstimmung auf. Auch bei den Kindern: Als Störche, Zwerge oder Hexen verkleidet und in alten Trachten marschieren sie geduldig winkend einmal durch das ganze Dorf - bestaunt von den Zuschauern, die auch an diesem Sonntag dicht gedrängt die Straßenränder säumten. Der 54. Bardowicker Erntedank in der kleinen Samtgemeinde am Stadtrand von Lüneburg brachte wieder Tausende von Menschen auf die Beine, die sich bei überwiegend strahlendem Sonnenschein den Festumzug nicht entgehen ließen. "Immer wieder wunderschön", findet Emily Meyer (72) aus Winsen den Umzug: "Die Wagen sind mit so viel Sorgfalt zurechtgemacht." Das ganz bestimmt. 21 Stück davon gingen diesmal an den Start, dazu kamen 22 Jugendwagen, denen man ansah, daß zum Teil 14 Tage und mehr an ihnen gebastelt worden war. Höhere Weihen erhält der Tag übrigens durch den Besuch diverser Majestäten aus den Nachbargemeinden: Diesmal am Start waren immerhin eine Kirschenprinzessin aus dem Alten Land, die Heidekönigin aus Wittorf und die Hyazinthenkönigin aus Boizenburg sowie - natürlich - die Bardowicker Wurzelkönigin. Sieben Spielmannzüge aus der Region und eine Trachtengruppe aus Deutsch Evern begleiteten die Wagen auf ihrer Tour durch den Ort, während die ehrenamtlichen Preisrichter schon daran gingen, die einzelnen Wagen für die große Prämienverleihung zu bewerten. Landwirt Herrmann Bardowicks (46), 1. Vorsitzender des Festausschusses, ist in jedem Fall zufrieden: "Um den Bestand des Erntedankfestes machen wir uns keine Sorgen. Das hat Tradition. Einige Wagenbaugemeinschaften wetteifern schon seit mehr als 20 Jahren um die ersten Plätze."

Quelle: Hamburger Abendblatt, 19. September 2005