Erntedankfest 2006

Tausende Gäste säumen Straßen 

Siegeszug des Wetters

Tausende Besucher bestaunen Motivwagen bei Bardowicker Erntefest

Das Wetter spielte beim Erntedankfest gleich in vielfacher Hinsicht eine Rolle. Zum einen war es sommerlich warm, als die bunte Karawane aus 17 großen und kleinen Motivwagen durch den Domflecken zog und die Sonne dabei majestätisch vom Himmel lachte. Kein Wunder, waren doch mehrere Hofstaaten aus Niedersachsen Teil des großen Ernteumzugs, allen voran der der heimischen Wurzelkönigin Anuschka Prehn. "Das Wetter ist top und die Laune gut", war Hermann Bardowicks, Chef des Festausschusses des Gemüsebauvereins, zufrieden.

Die vielen tausend Besucher am Straßenrand bestaunten die Motivwagen, von denen sich die Mehrzahl mit dem Sommer 2006 und dem Klimawandel befasste. "Das Wetter wird immer extremer. Das macht die Ernte nicht gerade bequemer", prangte am Barometer der Baugemeinschaft Bahnhof - und brachte die meisten Punkte der Jury. Das Team siegte. "Klimawandel: Kakteenhandel statt Gemüse", wagte die Gemeinschaft um Norbert Scharnhop einen Blick in die Zukunft. "Im Juli schaute ich sehnsüchtig den Wolken hinterher. Im August kam Regen - täglich mehr", erinnerte die Gruppe um Oliver Gade an den Hochsommer. "Steigt das Thermometer über 35 Grad, tagt bei uns der K
risenstab", brachte die Gemeinschaft Carsten Meyer den Hitzerekord ins Spiel.
Den zweiten Platz in der Wertung holte sich Stefan Kruse. Er führte nicht nur Regie, sondern packte tatkräftig mit an, sodass der einstige ägyptische Pharao Tutenchamun als Motiv aus zigtausend Weizenähren und 10 000 Dahlien durch die Straßen Bardowicks rollen konnte. Die Zuschauer staunten über das gigantische Werk, dem 25 Helfer den Feinschliff verpassten. "Hauptsächlich haben Janine Schmidt und ich daran seit Juli gearbeitet", so Kruse, der die Gießkanne der Gemeinschaft Dorfstraße auf den dritten Rang verwies. 

Jörn Isenberg und die zu ihm gehörige Wagenbaugemeinschaft schuf einen Wecker aus Dahlien und Bardowicker Gemüse wie Wurzeln, Sellerie, Blumenkohl, Porree, Fenchel und Wirsingkohl. "Wir wollen an das Leben eines Gemüsebauern erinnern. Denn um Gemüse zu ernten, muss man früh aufstehen", erklärte Isenberg. Die ebenso harte Arbeit, einen Motivwagen zu bauen, nehmen er und seine Mitstreiter gerne in Kauf. "Das ist Tradition. Ohne Wagen würde es kein Erntedankfest geben", ist er überzeugt. Ganz im Sinne des Ersten Rathmanns Manfred Harms: "Das Erntedankfest wird inzwischen schon seit 55 Jahren gefeiert", wie er die Besucher in seiner kurzen Ansprache aufklärte.

aus der Lüneburger Landeszeitung, 18.09.2006

Mehr Fotos finden Sie zudem auf der Homepage: www.Bardowick.com