Gemüse ist mehr als ein Nahrungsmittel

Erneut bewiesen: Obst und Gemüse schützen vor Krebs

 

Verzehr reduziert Krebserkrankungen des oberen Verdauungstraktes

Wer täglich Obst und Gemüse isst, erkrankt erheblich seltener an Mund-, Rachen-, Kehlkopf- oder Speiseröhrenkrebs. Dies ist ein Ergebnis der europaweiten EPIC-Studie über die die Wissenschaftler jetzt in der der Fachzeitschrift "Cancer Causes and Control" berichten. Männer profitieren dabei eher als Frauen von einem solchen Ernährungsverhalten, da die Risikoabsenkung besonders bei Personen mit geringem Konsum zum Tragen kommt.

Die EPIC-Wissenschaftler um Professor Heiner Boeing vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke analysierten Daten von 130.633 Männern und 215.271 Frauen, die im Rahmen der EPIC-Studie von 1992 bis 1998 Auskunft über ihre Ernährungsgewohnheiten und Lebensumstände gegeben hatten. Bei der Auswertung berücksichtigten die Forscher alle wichtigen bekannten Faktoren, die das Erkrankungsrisiko für diese Krebsformen beeinflussen, wie beispielsweise den Tabak- oder Alkoholkonsum.  Innerhalb des Nachbeobachtungszeitraums von etwa 5,8 Jahren erkrankten 255 Studienteilnehmer und 97 Studienteilnehmerinnen erstmals an Mund-, Rachen-, Kehlkopf- oder Speiseröhrenkrebs.

 Erhebliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen

Nach den Daten der EPIC-Studie sinkt das Risiko für diese Krebsarten pro 80 Gramm täglich verzehrtem Obst und Gemüse durchschnittlich um neun Prozent. Bei Männern verringerte sich das Krebsrisiko um zwölf Prozent, während es sich bei Frauen um vier Prozent verminderte. Wer jedoch bereits mehr als 300 Gramm verzehrt, kann durch noch mehr Obst und Gemüse sein Erkrankungsrisiko vermutlich nicht weiter senken. "Die geschlechtsspezifischen Unterschiede im Auftreten der Erkrankung sind bemerkenswert. Obwohl die Zahl der weiblichen Studienteilnehmer deutlich größer war, gab es bei den männlichen Teilnehmern fast zweimal soviel Krebsneuerkrankungen. Ebenso war eine erhöhte Obst- und Gemüseaufnahme bei Männern mit einer stärkeren Risikosenkung verbunden", fasst Boeing, Leiter der Potsdamer EPIC-Studie die Resultate zusammen. "Ersteres lässt sich vermutlich auf den generell höheren Alkohol- und Zigarettenkonsum der männlichen Studienteilnehmer zurückführen. Letzteres ließe sich durch zwei unserer Beobachtungen erklären. Erstens ist die Obst- und Gemüseaufnahme gerade bei Männern in Nord-, West- und Mitteleuropa gering und liegt unter der Aufnahme von Frauen und zweitens profitieren von einer Verzehrserhöhung hauptsächlich Personen, die sonst nur wenig Obst und Gemüse essen. - Man sollte daher besonders Menschen mit einem sehr niedrigen Obst- und Gemüsekonsum dazu ermutigen, ihre tägliche Verzehrsmenge zu erhöhen.", so Boeing weiter 

Alkohol und Zigaretten als Risikofaktoren

Jährlich erkranken weltweit etwa 390.000 Menschen neu and Mund- und Rachenkrebs. Hinzu kommen 160.000 neue Fälle an Kehlkopfkrebs und 412.000 Neuerkrankungen an Speiseröhrenkrebs. Dies entspricht insgesamt elf Prozent aller Krebsneuerkrankungen. Alkohol- und Zigarettenkonsum sind die wesentlichen Risikofaktoren für Plattenepithelkrebs-Erkrankungen (Squamous Cell Cancer) des oberen Verdauungstraktes.

 An der Potsdamer EPIC-Teilstudie nahmen 27.548 Frauen und Männer im Alter zwischen 35 und 65 Jahren teil.

 (idw - Deutsches Institut für Ernährungsforschung, 24.07.2006 - DLO)

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