Presseberichte

Regen macht Bauern die Ernte platt

Wetterkapriolen haben die Landwirte zum Teil hart getroffen. Die Bilanz fällt daher durchwachsen aus. Während Gemüsebauern wie Steffen Maack aus Bardowick über herbe Einbußen klagen, gibt es beim Getreideertrag große regionale Unterschiede. Peter Müller von der Landberatung spricht aber insgesamt noch von einem "normalen Getreide-Jahr". Ein Problem vor allem: die schlechte Verteilung der Niederschläge in den vergangenen Monaten.

Maack ist Vorsitzender des Landvolkortsverbandes in Bardowick, dort gibt es rund 35 Gemüseanbaubetriebe. Er hat mit Kollegen gesprochen, berichtet: "Bei Kohlrabi hatten wir Verluste von 75 Prozent, bei Erbsen gab es starke Ausfälle, bis zu 50 Prozent der Ernte." Auch bei Rote Beete und Kräutern sehe es schlecht aus. Anders bei den Möhren: "Die sind noch gut, der Regen muss aber langsam mal aufhören", sagt Maack. Zuerst war es sehr trocken, dann habe es viel zu viel Regen gegeben, fasst er das Problem zusammen. Es hätten sich zum Teil verstärkt Pilze gebildet, manche Felder hätten nicht bestellt werden können, weil die Schlepper im Morast versunken seien. Die Ernte habe sich zeitlich nach hinten verlagert. Und: "Bei vielen Früchten stimmen zwar Qualität und Geschmack, doch die Optik hat zu stark gelitten. Das reicht schon, um die Kunden auf dem Markt abzuschrecken", weiß Maack. Zudem müssten die Verbraucher sich mit Preisanstiegen arrangieren.

Die gibt es zwar auch beim Getreide und seinen Produkten. Doch da gebe vor allem die weltweit schlechte Ernte den Ausschlag, erklärt Peter Müller von der Landberatung Lüneburg. "Die geringere Ernte führt zu höheren Preisen bei den Verarbeitern, die bis zu den Kunden im Geschäft durchschlagen", weiß Müller. Und bis zu den Landwirten: Er setzt daher darauf, dass diese einen Teil ihrer Verluste auffangen können. Einbußen beim Ertrag von bis zu 50 Prozent stünden zum Teil Preisanstiege in ähnlicher Höhe gegenüber. Die Probleme der Getreidebauern seien jedoch regional sehr unterschiedlich. Die Erträge bei Roggen, Gerste und Raps schwanken nach den ersten Rückmeldungen der Landwirte im Landkreis: pro Hektar zwischen 30 und 75 Doppelzentnern Roggen, 22 und 40 Doppelzentnern Raps sowie 35 und 80 Doppelzentnern Gerste. "Mit 22 Doppelzentnern beim Raps kann man nicht kostendeckend arbeiten, 40 sind normal", verdeutlicht Müller. Bei den anderen Sorten sehe es ähnlich aus. Kreislandwirt Hans-Jürgen Detje fasst für die Elbmarsch zusammen: "Wintergerste und Raps enttäuschend, Roggen feucht geworden, Weizen wohl unterdurchschnittlich."Die Ursache für die mauen Erträge auch hier Trockenheit in der Wachstumsphase und jetzt zu viel Regen. So gilt auch für den Weizen, dessen Ernte gerade angelaufen ist: "Es dürfte ein Mengenproblem geben", sagt Müller. Die Niederschläge hätten sich einfach zu schlecht verteilt. Manche Landwirte hätten sich immerhin noch mit Beregnung helfen können. Für die Ernte von Mais, Kartoffeln und Rüben erwartet Müller bessere Ergebnisse. Ihre Vegetation habe erst eingesetzt, der Regen sei rechtzeitig gekommen. Und: "Sie mögen Wasser", sagt er. Einziges Problem zurzeit: Kraut- und Knollenfäule bei einigen Kartoffeln.

Quelle: Lüneburger Landeszeitung, 27.07.2007

 

 

Bauern rechnen wegen Trockenheit mit Ernteausfällen - Höhere Preise für Verbraucher drohen 

Der Blick an den wolkenlosen Himmel treibt Landwirt Hans-Hermann Cordes aus Embsen jeden Tag tiefere Sorgenfalten auf die Stirn. Seit Wochen kein Regen, die Felder staubtrocken. Die Bauern fürchten Ernteausfälle. Und niedrige Erträge ziehen fast zwangsläufig höhere Preise für Gemüse und Getreide nach sich. Darüber möchten Bauern und Verbände nur ungern spekulieren. Doch sollte es nicht bald regnen, müssen die Verbraucher wohl oder übel tiefer in den Geldbeutel greifen. "In Zeiten, in denen viel verdörrt, gehen natürlich auch die Preise hoch", erklärt Erich Klug, Gemüseanbauberater bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Langfristig müsse man über Alternativen nachdenken, eventuell früher aussäen, länger pflanzen - die gesamte Landwirtschaft auf den anstehenden Klimawandel einstellen. 

Bereits jetzt wäre ohne eine künstliche Beregnung das Getreide auf den Feldern längst vertrocknet, Salat statt knackfrisch wohl eher gelb-verdörrt und ein Auskeimen der Gemüsesaat ohne Wasser ? Vergeblich. "Aber auch die beste Beregnung ersetzt keinen ordentlichen Landregen", erklärt Klug, könne lediglich kurze Trockenperioden überbrücken. Damit spricht der Fachmann dem Embsener Cordes aus der Seele. Rund um die Uhr ist der Landwirt im Einsatz, stellt die Beregnungsanlagen an, fährt sie weiter, hetzt von einem Feld auf das andere. Auf insgesamt 280 Hektar Land baut er neben Getreide und Raps, Kartoffeln und Zuckerrüben an. Die Kartoffeln können noch etwa zwei Wochen ohne Wasser auskommen, doch alle anderen Felder wollen quasi auf einmal beregnet werden. "Theoretisch müsste ich 90 Prozent bewässern", erklärt er, "das ist aber einfach nicht zu schaffen". Beim Getreide erwartet Bauer Cordes teilweise Einbußen von bis zu 40 Prozent. Und wenngleich der Raps auf den ersten Blick noch immer herrlich gelb in den Himmel lacht - auch hier rechnet der Landwirt wegen der Trockenheit mit Umsatzeinbußen von rund 20 Prozent. Mit Spekulationen über Preise und Erträge hält sich Gemüsebauer Steffen Maack aus Bardowick noch zurück. "Vieles wird gerade erst ausgesät, wie die Ernte ausfallen wird, kann ich noch nicht sagen", erklärt der Vorsitzende des Landvolk Ortsverbands Bardowick. Eines lässt sich allerdings bereits jetzt mit Gewissheit sagen: "Die dauerhafte Beregnung kostet viel Geld. "Die Landwirte seien derzeit quasi doppelt gekniffen, bestätigt auch Erich Klug: "Zum einen haben sie hohe Ausgaben, zum anderen besteht das Risiko geringerer Erträge." Strom, Diesel, Personal und Wasser - die zusätzlichen Kosten der Beregnung einfach auf die Preise aufzuschlagen ? So simpel sei der Gemüsehandel nicht, erklärt der Bardowicker Maack. "Wir müssen uns beim Preis schon anpassen, sonst wird eben bei der Konkurrenz aus dem Ausland gekauft." Nicht mehr nur regional, sondern europaweit: eine Devise, die auch Volker Bergmann von der Werbegemeinschaft Adendorf bestätigen kann. "Direkt aus der Region kommt derzeit eigentlich nur der Spargel", erklärt er, "das meiste Gemüse stammt aus den Gewächshäusern in Holland." Doch auch die Ware aus dem Ausland sei aufgrund gestiegener Frachtkosten im Vergleich zum vergangenen Jahr zwischen fünf und sechs Prozent teurer. 

Die Bauern aus der Region drücken jetzt die Daumen, dass die Vorhersagen der Wetterfrösche für die nächste Woche auch zutreffen. "Ab Montag gibt es Regenschauer", versichert Monika Bär-Dauenhauer vom Deutschen Wetterdienst auf LZ-Anfrage. 

Lüneburger Landeszeitung vom 04.05.2007

Feldberegnung wie in heißen Regionen

Klimawandel zwingt Landwirte zum Handeln: Gemüsebauer Axel Meyer aus Bardowick bewässert mit neuer Technik

Die Botschaft der Klimaforscher ist bei den Landwirten angekommen. Dr. Andrea Lüttger vom Institut für Klimafolgenforschung in Potsdam machte im Februar bei einer Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft junger Landwirte im Kreis Lüneburg klar, dass die größte Herausforderung für die Bauern in Zukunft die Bewässerung der Äcker sei. Ein Blick auf die Anbaugebiete in der Region zeigt, dass diese längst begonnen hat. Die Beregnungsanlagen laufen seit Tagen auf Hochtouren, der letzte nennswerte Niederschlag fiel vor vier Wochen - und größere Regenmengen sind nach Auskunft des Deutschen Wetterdienstes in Hamburg nicht in Sicht. Die oberen Bodenschichten sind schon jetzt im Frühjahr knüppeltrocken. Die Anregungen der Expertin aus Potsdam aufgegriffen hat Axel Meyer. Der Bardowicker Gemüsebauer hat ein Konzept erstellt, mit dem er seine Felder effektiver beregnen kann. Dazu hat Meyer auch einen Düsenwagen in Österreich bauen lassen. Das mobile Gerät setzt er für die Bewässerung von Möhren und anderer zarter Pflänzchen kurz nach der Aussaat ein. Das Besondere: Das 48 Meter breite Gefährt rollt Stück für Stück über den Acker, Düsen spritzen in kreisenden Bewegungen Wasser auf die Pflanzen. "Die Wasserverteilung ist quadratmetergenau, damit effektiver als die herkömmliche Beregnung, bei der das Wasser überall hinplätschert und bei Wind abdriftet", erklärt Meyer. Die Technik sei nicht neu - nur habe sich niemand für sie interessiert. Weil der Klimawandel ihn aber veranlasse, zu handeln, habe er in die heißen Gebiete der USA und am Mittelmeer geschaut, sagt Meyer. "Dort wird die Technik auf großen Flächen eingesetzt." Ohne Bewässerung gehe im Gemüsebau nichts, sagt er. Und so habe er 43 000 Euro für die neue so genannte Kreisberegnung investiert, die sich in zwei bis drei Jahren rechnen soll. Der Clou ist, dass er das Gerät nicht nur auf einem Acker einsetzen kann - wie zurzeit beim Gut Brockwinkel in Reppenstedt. Auch in Vögelsen und Kirchgellersen kommt die Maschine zum Einsatz, weil sie zu transportieren ist. "Es handelt sich um ein Baukastensystem. Der Beregner kann auf eine Breite von 2,80 Meter und eine Länge von vier Metern eingeklappt werden", beschreibt Meyer. Doch nicht nur das. "Ich kann die Kreisberegnung in eine herkömmliche Anlage umbauen. Diese setze ich dann ein, wenn die Pflanzen größer und stabiler sind", erklärt er. 

Grundwasser wird nicht reichen

Landwirt Hubertus Meyer fehlt die Muße, den Sonnenschein unbeschwert zu genießen. Bisher war der Barskamper mit der Feldbestellung der Hackfrüchte beschäftigt, jetzt muss er schleunigst seine Beregnungsmaschine zum Einsatz bringen. "Es ist ungewöhnlich, dass die Felder jetzt schon bewässert werden müssen, aber es ist die fünfte Woche ohne Niederschlag, ich habe keine andere Wahl. Raps, Getreide und Zwiebeln lechzen nach Wasser", sagt Meyer. 

Doch auch Hobbygärtner halten sehnsüchtig nach dicken dunklen Regenwolken Ausschau. "Der Boden ist knochentrocken", sagt Jürgen Schulz, Sprecher des Kleingärtnerbezirksverbandes Lüneburg. Auch in den Vorjahren hätten Schulz und Kleingartennachbarn im April bereits gießen müssen, allerdings nicht so häufig und intensiv. Noch keine Sorge bereitet momentan der Grundwasserspiegel. "Die Speicher in der Region Lüneburg sind Dank des nassen Winters voll", betont Jürgen Schodder, Geschäftsführer der Purena. Einen erhöhten Wasserverbrauch könne er trotz der anhaltenden Trockenheit nicht verzeichnen. "Feldberegnung wird für Landwirte immer wichtiger, das Grundwasser wird jedoch langfristig nicht als Wasserquelle ausreichen", prophezeit Ekkehard Fricke, Beregnungsberater der Niedersächsischen Landwirtschaftskammer. "Für die Zukunft gilt es zu klären, woher wir Wasser für die Beregnung beziehen können und wie es eingespart werden kann." Eine mögliche Quelle für Beregnungswasser könnte das gereinigte Abwasser sein. "Gesundheitlich ist das völlig unbedenklich", erklärt Fricke. Als Wasserquelle nennt er außerdem den Elbe-Seitenkanal. "Könnten die Landwirte daraus Wasser beziehen, wären die Anbaugebiete rund um den Kanal deutlich entlastet", sagt der Berater.

Um langanhaltende Trockenphasen zu überbrücken, muss jedoch auch Wasser gespart werden. Fricke nennt zwei Ansätze: "Der Humusgehalt des Ackerbodens kann angereichert werden. Außerdem ersparen so genannte Mulchsaaten dem Landwirt das Pflügen und je weniger der Boden bewegt wird, desto geringer ist die Verdunstung", erklärt er. Doch alle Maßnahmen sind für den Experten immer nur Mosaiksteinchen. "Langfristig nähern wir uns vermutlich Mittelmeerverhältnissen an. Tiefgreifende Veränderungen der Landwirtschaft sind daher sehr wahrscheinlich, aber noch nicht unmittelbar abzusehen", ist Fricke sicher.

Lüneburger Landeszeitung, 24.04.2007

Tausende Gäste säumen Straßen 

Siegeszug des Wetters

Tausende Besucher bestaunen Motivwagen bei Bardowicker Erntefest

Das Wetter spielte beim Erntedankfest gleich in vielfacher Hinsicht eine Rolle. Zum einen war es sommerlich warm, als die bunte Karawane aus 17 großen und kleinen Motivwagen durch den Domflecken zog und die Sonne dabei majestätisch vom Himmel lachte. Kein Wunder, waren doch mehrere Hofstaaten aus Niedersachsen Teil des großen Ernteumzugs, allen voran der der heimischen Wurzelkönigin Anuschka Prehn. "Das Wetter ist top und die Laune gut", war Hermann Bardowicks, Chef des Festausschusses des Gemüsebauvereins, zufrieden.

Die vielen tausend Besucher am Straßenrand bestaunten die Motivwagen, von denen sich die Mehrzahl mit dem Sommer 2006 und dem Klimawandel befasste. "Das Wetter wird immer extremer. Das macht die Ernte nicht gerade bequemer", prangte am Barometer der Baugemeinschaft Bahnhof - und brachte die meisten Punkte der Jury. Das Team siegte. "Klimawandel: Kakteenhandel statt Gemüse", wagte die Gemeinschaft um Norbert Scharnhop einen Blick in die Zukunft. "Im Juli schaute ich sehnsüchtig den Wolken hinterher. Im August kam Regen - täglich mehr", erinnerte die Gruppe um Oliver Gade an den Hochsommer. "Steigt das Thermometer über 35 Grad, tagt bei uns der K
risenstab", brachte die Gemeinschaft Carsten Meyer den Hitzerekord ins Spiel.
Den zweiten Platz in der Wertung holte sich Stefan Kruse. Er führte nicht nur Regie, sondern packte tatkräftig mit an, sodass der einstige ägyptische Pharao Tutenchamun als Motiv aus zigtausend Weizenähren und 10 000 Dahlien durch die Straßen Bardowicks rollen konnte. Die Zuschauer staunten über das gigantische Werk, dem 25 Helfer den Feinschliff verpassten. "Hauptsächlich haben Janine Schmidt und ich daran seit Juli gearbeitet", so Kruse, der die Gießkanne der Gemeinschaft Dorfstraße auf den dritten Rang verwies. 

Jörn Isenberg und die zu ihm gehörige Wagenbaugemeinschaft schuf einen Wecker aus Dahlien und Bardowicker Gemüse wie Wurzeln, Sellerie, Blumenkohl, Porree, Fenchel und Wirsingkohl. "Wir wollen an das Leben eines Gemüsebauern erinnern. Denn um Gemüse zu ernten, muss man früh aufstehen", erklärte Isenberg. Die ebenso harte Arbeit, einen Motivwagen zu bauen, nehmen er und seine Mitstreiter gerne in Kauf. "Das ist Tradition. Ohne Wagen würde es kein Erntedankfest geben", ist er überzeugt. Ganz im Sinne des Ersten Rathmanns Manfred Harms: "Das Erntedankfest wird inzwischen schon seit 55 Jahren gefeiert", wie er die Besucher in seiner kurzen Ansprache aufklärte.

 

aus der Lüneburger Landeszeitung, 18.09.2006

 

 
Niedersachsen, wo der Spargel wächst...

„Niedersachsen, wo der Spargel wächst“ Dieses Motto gilt ab sofort wieder. Niedersachsens Landwirtschaftsminister Hans-Heinrich Ehen eröffnete auf dem Lüneburger Marktplatz die Spargelsaison. Assistiert von Lüneburger Grundschülern bewies der Minister sein Geschick bei der Zubereitung der Stangen. Die Lust auf junges Gemüse war groß: Trotz kühler Temperaturen ließen sich einige hundert Lüneburger das Edelgemüse schmecken. Minister Hans-Heinrich Ehlen erläuterte das Erfolgsrezept des niedersächsischen Spargels: „Es ist ein erstklassiges Erzeugnis, das hohes Vertrauen beim Verbraucher genießt, da die meiste Ware direkt ab Hof verkauft wird.“ Ehlen forderte in Bezug auf die ausländischen Saisonarbeitskräfte eine schnelle und unbürokratische Regelung „zum Wohle unserer Wirtschaft allgemein.“ 
Dietrich Paul, Vorsitzender der Vereinigung der Spargelanbauer begrüßte rund 70 Ehrengäste: „Ich weiß, dass viele meiner Berufskollegen angesichts des frühen Termins die Stirn runzeln. Doch die Erfahrung der vergangenen Jahre hat gezeigt, dass wir Mitte April immer Spargel haben.“ Landesweit müssen sich die Liebhaber des Edelgemüses noch etwas gedulden, bis der Spargel überall verfügbar ist.  Er dankte der Lüneburg Marketing und den Lüneburger Gastronomen für die Unterstützung vor Ort. Mit Blick auf die Grundschüler: „Wir möchten dass Spargel für die Verbraucher von morgen interessant ist.“ Dieses Ziel unterstützten in Lüneburg finanziell auch die CMA und die Agentur für niedersächsische Agrarprodukte.
Paul betonte, dass Niedersachsen mit rund 4650 Hektar das Spargelland Nummer 1 in Deutschland sei. Alleine im Regierungsbezirk Lüneburg wird auf rund 1370 Hektar Spargel angebaut. Spargel wird als Gemüseart immer beliebter und hat im vergangenen Jahr einen Ertrag von 18.000 Tonnen landesweit erzielt.
Für den Verein Niedersächsische Spargelstraße sprach der stellvertretende Vorsitzende Martin Fahrland. Er lud die Gäste ein, leckeren Spargel auf der touristischen Route durch Niedersachsen zu genießen. Orientierung bietet die neue Rad-Faltkarte. Lüneburgs Bürgermeister Fischer forderte die Gäste auf unbedingt in Lüneburg Station zu machen, um zu entdecken, was die alte Salzstadt noch alles außer Spargel zu bieten hat.

Quelle: http://www.lueneburg.de/

 

Anuschka Prehn ist die neue Wurzelkönigin

 "Alles hat ein Ende, leider auch mein Königsjahr. Ich habe viele wunderschöne Erfahrungen gesammelt, die mir keiner wieder nehmen kann" verkündete Wurzelkönigin Katharina Post wehmütig vor rund 200 Gästen im großen Festsaal des Gasthauses "Zum Anker". Jetzt war der Moment gekommen die majestätischen Insignien abzugeben - an ihre Nachfolgerin in der Wahlmonarchie des Gemüsebauvereins. Bardowick hat eine neue Königin: Sie heißt Anuschka Prehn. "Ich bin total erleichtert und glücklich", erklärte die 16-jährige Realschülerin nach ihrer Inthronisierung lächelnd, frei von Nervosität. Sie freue sich auf ihr Königsjahr, in dem sie den Flecken Bardowick nach außen repräsentieren darf. "Ich möchte auf möglichst viele Veranstaltungen gehen", sagt Anuschka Prehn. Schon gestern war es soweit: Die neue Wurzelkönigin wohnte der Eröffnung des Frühlingsfestes bei. Für das Erntedankfest als Jahreshöhepunkt hat sie sich vorgenommen "einen besonders schönen Wagen zu bauen", soufflierte ihr Hofdame Lena Fröhling unterstützend zu. Als zweite Hofdame steht Ex-Königin Katharina Post der neuen Majestät zur Seite. "Damit hat die Wurzelkönigin 2006 eine erfahrene Dame im Königsteam", erklärte Gemeindedirektor Günter Dubber. Wenn ich die Wahl gehabt hätte, hätte ich auch so entschieden"" gab Erster Rathmann Manfred Harms schmunzelnd preis.Glückwünsche nahm der frisch eingesetzte Hofstaat auch von der Wittorfer Heidekönigin Enne Wienecke entgegen, sowie von Vertretern der Partnergemeinden Bardowicks. "Wir haben in Holland auch eine Königin", so Bep Bregman-De Reus, Vertreterin von Drechterland, ehemals Venhuizen, entzückt. "Vielleicht kommen nächstes Jahr noch mehr Bürger unserer Gemeinden nach Bardowick, wenn wir allen erzählen, dass hier ebenfalls eine Majestät herrscht". Sie überreichte den drei Damen jeweils ein mit holländischen Karotten geschmücktes Bouquet.

Auch Bürgermeister Tadeusz Klos aus dem polnischen Skoki gratulierte: "Ich wünsche dir viel Glück und Erfolg in diesem kommenden Jahr", ließ Klos ins Deutsche übersetzen. Mit einem rauschenden Fest feierten die Gäste die neue Regentin bis in den frühen Morgen.

aus der Landeszeitung, 13.03.2006

 
Feuerwerk an Farben und Formen 


Gespanntes Warten auf dem Platz vor dem Dom. Erst sind es kleine Grüppchen, dann säumen immer mehr Menschen die Straßenränder für das, was kommt: den großen Festumzug bei Norddeutschlands größtem Erntedankfest in Bardowick. Die Domuhr schlägt zwei, und von ferne sind zuerst die Pauken der Spielmannszüge zu hören. Allmählich rückt der Zug näher, bis ein paar Kinder gelaufen kommen: „Sie kommen!“ Auch in diesem Jahr erfreute der große Ernteumzug durch den Domflecken Tausende Zuschauer von nah und fern. Von Pastor Edzard Siuts nahmen Mitglieder der Landjugend im Dom die große aus Getreide geflochtene Erntekrone in Empfang, bevor der Zug sich den Weg durch den Flecken und zurück zum Festplatz in der Worth bahnte. Vorneweg die neue Bardowicker Wurzelkönigin Katharina Post. In unzähligen Arbeitsstunden hatten die Wagenbauer wieder ein Feuerwerk an Farben und Formen zusammengestellt. Insgesamt 21große Wagen und noch einmal 21 Wagen der Kinder nahmen an dem Spektakel teil. Gezogen von alten und neuen Traktoren tauchten unter anderem eine goldene Sonnenuhr, ein lachender Riesenkürbis oder unter dem Namen Bardowicker Schmuckstück eine detailgenaue Darstellung des Nikolaihofs auf. Auch aktuelle Bezüge wie eine große Zapfsäule fehlten nicht. Bei der anschließenden Prämierung der Wagen auf dem Festplatz in der Worth lag die Wagenbaugruppe Bahnhof mit ihrem grinsenden Kürbis vorn, gefolgt vom Nikolaihof der Wagenbaugruppe Stefan Kruse und der Pferdekutsche der Wurzelkönigin. Platz eins der Jugendwagen belegten Nadine und Jasmin Ewald sowie Tim und Sophie Burmester mit ihrer Arche.

aus Bardowicker Bote, 19.09.2005

 
Erntedankfest Bardowick ist ein Renner 


Tolles Wetter, prima Stimmung und prächtige Festwagen: Das Erntedankfest in Bardowick war einmal mehr ein Erfolg. "Rund 6000 Besucher waren dabei. Wir sind sehr zufrieden", betont der Vorsitzende des Festausschusses, Hermann Bardowicks. Und zufrieden sind auch die Sieger der großen Festwagen-Prämierung. Bei den Erwachsenen gewann der Kürbis der Wagenbaugemeinschaft Bahnhof, bei den Kindern die Arche der Familien Ewald und Burmester.Große Mühe gegeben hatten sich aber alle Wagenbauer. Die Vorbereitungen beginnen meist schon frühzeitig. "Wir haben im August angefangen, uns dann einmal pro Woche getroffen und am Wagen gearbeitet", berichtet Uwe Matthies von der 14-köpfigen Wagenbaugemeinschaft Bahnhof. Entstanden ist ein mit Roggen bestreuter Kürbis, der 2,50 Meter im Durchmesser misst. 40 Kilogramm Roggen waren dafür nötig. Es war bereits der 26. Wagen der Gemeinschaft, auch gewonnen hatte die Truppe vom Bahnhof schon einmal. "Aber über so einen Erfolg freut man sich jedes Mal wieder sehr", sagt Matthies. Bei den Kindern siegten die Familien Ewald und Burmester mit einer Arche. Der Wagen war mit unzähligen Blüten besetzt, die Kinder Nadine und Jaime sowie Tim und Sophie saßen stolz in dem Schiff und winkten den Zuschauern am Straßenrand zu. Auch für die beiden Familien war der Sieg bei der Prämierung eine tolle Sache. Wie auch der Festumzug insgesamt: Gerade die große Vielfalt an Wagen sei eine prima Werbung für Bardowick, meint der Erste Rathmann, Manfred Harms. Er war erstaunt, wie viele Wagen auch diesmal wieder dabei waren. "So wurde das Erntedankfest ein voller Erfolg. Klasse, dass der Gemüsebauverein das alles auf die Beine stellt", lobt Harms. Auch das Musik- und Tanzprogramm sei sehenswert gewesen. Neu dabei war die Volkstanzgruppe aus Deutsch Evern. "Sonst hatten wir immer unsere Landjugend. Aber die hatten nicht genug Personal", sagt Bardowicks. Er ist sich mit Harms einig, dass die Deutsch Everner ein guter Ersatz waren. "Auf die könnten wir mal wieder zurückgreifen", meint Bardowicks. Insgesamt sei die Mischung beim Publikum bestens angekommen. Daher werde der Festausschuss auch im kommenden Jahr wieder auf das bewährte Erntedankfest-Programm setzen.

aus der Landeszeitung, 20.09.2005

 
Festwagen-Karussell dreht sich beim Bardowicker Erntefest
22 Motivwagen ziehen durch den Ort - Tausende begeisterte Besucher säumen die Straßen

Bardowick. Eine Runde auf dem Gemüsekarussell zu drehen, weckt die Lebenskraft, versprachen die Bardowicker gestern den vielen tausend Besuchern bei ihrem großen Erntedankfest. Denn so stand es auf dem Schild des prächtigen Wagens, der nur einer von insgesamt 22 sehenswerten Festwagen war. Der große Umzug durch den Ort ist traditionell der Höhepunkt zum Erntedank. Und wie auf einem Karussell ging es dabei mächtig rund.Zahlreiche Musikgruppen aus den Vereinen sorgten für das stimmungsvolle Begleitprogramm. Die Besucher bewunderten derweil die Festwagen. Bardowicks Erster Rathmann Manfred Harms weiß, wie viel Arbeit hinter den liebevoll gestalteten Wagen steckt: "Jede Blüte wird einzeln mit einem Nagel in Styropor gedrückt."Dabei packen alle mit an - arbeiten zusammen, wie es auf den Bauernhöfen ohnehin üblich ist. "Wenn Not am Mann ist, helfen auch die Alten mit", lobte Harms in seinem Grußwort. Das sei bei dem Kostendruck aber auch kaum anders möglich. Kreislandwirt Hans-Jürgen Detje sah es ähnlich: "Der Lebensmitteleinzelhandel erlebt eine enorme Konzentration. Die Erzeugerpreise gehen in den Keller." Das träfe gerade Niedersachsen, wo Landwirtschaft und Ernährungsindustrie der zweitgrößte Wirtschaftssektor nach der Automobilindustrie seien. "Irgendwann gibt's dafür die Quittung", meinte der Kreislandwirt.

Auch bei den Festwagen hatten die Wagenbauer die Sorgen aufgegriffen - mit einem riesigen Blüten-Boxhandschuh etwa: "Die Zuckerrübe geht K. o." und "Wer bekommt den nächsten Boxhieb aus Brüssel ?" stand daran. Zudem drückt der hohe Spritpreis die Landwirte. 77,50 Euro für 35 Liter zeigte die Zapfsäule, die sich auf einem weiteren Wagen drehte. Eine Runde auf dem Gemüsekarussell-Wagen schmeckte da sicher auch vielen Besuchern besser: In den Kisten an den Ketten lagen schließlich die prächtigen Erzeugnisse der Bardowicker Bauern."Mit der Ernte können wir zufrieden sein", betonte denn auch der Festausschussvorsitzende Hermann Bardowicks. Das galt aber auch für die Erntedankfeier, wie Erster Kreisrat Dr. Stefan Porwol fand: "Das Wetter passt, ein tolles Fest", freute er sich
.

aus der Landeszeitung, 19.09.2005 
 
100.000 Kohlrabi-Pflänzchen in der Woche. Bardowicker Gemüsebauer  im Pflanz-Stress

Quelle: Bardowicker Bote

Während die meisten Menschen die wärmenden Sonnenstrahlen der vergangenen Woche im Garten oder bei Ausflügen genossen, sind die Gemüsebauern jetzt im Frühjahrsstress. So auch Steffen Maack, Vorsitzender des Ortsverbands Bardowick des Landvolks, den man im Flecken kurz Gemüsebauverein nennt. Für den 37-jährigen Gartenbaumeister begann die Frühjahrsbestellung Mitte März, als die Böden frostfrei wurden. Pflügen, säen, pflanzen, düngen – alles muss jetzt ganz schnell gehen, damit in ein paar Monaten die Ernte beginnen kann.
Maack deckt ein weißes Vlies auf, darunter in Stiegen unzählige kleine Kohlrabi-Pflänzchen, die der Gemüsebauer von deutschen und holländischen Händlern bezieht. „Wir pflanzen rund 100.000 Kohlrabi pro Woche“, berichtet Maack. Ohne Handarbeit geht das auch heute nicht: Vier Männer sitzen auf der Pflanzmaschine, die die Wurzeln der zarten Pflänzchen in den Boden setzt und andrückt. Während Kohlrabi und die erste Petersilie gepflanzt werden, werden Möhren und später Rote Bete, Rettich und Dill gesät.
Auch als Landwirt kommt Maack, der den heute 100 Hektar großen Betrieb vor vier Jahren von seinem Vater übernahm, nicht mehr um weite Wege herum: Mit seinem großen John-Deere-Schlepper ist er bis zu Pachtflächen bei Oerzen und bei Dahlenburg unterwegs. Die Pachtflächen sind schon deshalb wichtig, weil der Gemüsebauer bei den Mohrrüben eine vierjährige Fruchtfolge einhalten muss. Flächen ohne Beregnungsmöglichkeit pachtet Maack nicht an.
Ob der ganze Aufwand sich am Ende auszahlt, weiß der Landwirt allerdings noch nicht, denn die Gemüsepreise schwanken erheblich: „Letztes Jahr war ganz schlecht“, erzählt Maack. „Das war ein gutes Wachstumsjahr, immer feucht. Da gab es viel Kohlrabi. Ich hab da nur ‘raufgebuttert.“ Gut, dass in dieser Situation auch Altenteiler Helmut Maack (68) mitarbeitet.
37 Mitglieder mit Landgrößen von 5 bis über 100 Hektar zählt der Gemüsebauverein Bardowick zurzeit. Die Zahl wird sich wohl in den nächsten 10 bis 15 Jahren halbieren, meint Steffen Maack. Der Strukturwandel in der Landwirtschaft trifft auch das traditionelle Gemüseanbaugebiet Bardowick, das schon früher die Großstadt Hamburg belieferte. Maack: „Die Kosten steigen an allen Enden, besonders die Energiepreise.“ Sogar 5 Euro Maut muss er jetzt zahlen, wenn er mit dem eigenen Lastwagen Großhändler in Hamburg beliefert.

 

Wurzelkönigin beim Deutschen Königinnentag

aus dem Krudeblatt

Witzenhausen ist eine hübsche, mittelalterliche Stadt im Werratal. 150.000 blühende Kirschbäume locken jedes Frühjahr zahlreiche Besucher an, die sich angesichts der gut erhaltenen historischen Bauten und der blühenden, hügeligen Landschaft in die Märchenwelt der Gebrüder Grimm zurückversetzt fühlen. Und Witzenhausen ist Treffpunkt der deutschen »Royalties«

Bardowicks Wurzelkönigin Mona Dubber und ihre Hofdamen Yvonne (li.) und Katharina (re.) mit dem Möhrenkönig aus Heiligenstadt/Thürg.

Bereits zum zweiten Mal gaben sich die gekrönten Majestäten in der hessischen Kleinstadt die Ehre. 173 Königinnen trafen sich beim Deutschen Königinnentag. Bier- und Weinköniginnen, Rosen- und Hyazinthenköniginnen, Kartoffel- und Spargelköniginnen, Korb- und Brunnenköniginnen reisten mit ihrem Hofstaat aus 14 verschiedenen Bundesländern an und verliehen der Kirschenstadt Glanz und Gloria. Unter ihnen befanden sich übrigens auch drei männliche gekrönte Häupter wie zum Beispiel der Möhrenkönig und – Mona Dubber aus Bardowick. Die amtierende Wurzelkönigin nahm mit ihrem Hofdamen Yvonne Paro und Katharina Post am 2. Mai am großen Festumzug durch die Stadt teil. Der Umzug war ohne Frage der Höhepunkt der mehrtägigen Veranstaltung. Auch die Organisatoren mussten Höchstleistungen bringen, denn die Majestäten wurden auf einer Strecke von über vier Kilometern durch das »jubelnde Volk« geleitet. Alle drei Jahre findet der Deutsche Königinnentag statt. Er dient – wie die »ARGE Deutsche Königinnen«, die Arbeitsgemeinschaft, dazu, die repräsentierten Regionen, ihre Besonderheiten und Attraktionen bekannter zu machen und für sie Deutschland weit zu werben. Das nächste königliche Treffen steigt im Jahr 2007.

 

Frust bei den Gemüsebauern. Strengere Richtlinien, steigende Kosten: Das Gemüse bringt trotzdem wenig Geld

aus dem Bardowicker Boten, Oktober 2004

Steffen Maack ist frustriert. So schlecht wie in diesem Jahr ging es den Gemüsebauern in Bardowick noch nie. Wem geht es heutzutage noch wirtschaftlich gut? fragt sich der 36-jährige Gemüsebauer, außerdem Orts- und Bezirksverbandsvorsitzender des Landvolkes im Flecken. Er möchte eigentlich nicht jammern, auch wenn er allen Grund dazu hätte.

Über die Ernte können sich die Gemüsebauern in diesem Jahr nicht beschweren. Die Feuchtigkeit hat das Wachstum der Kulturen begünstigt. Dafür sind die Preise in den Keller gegangen. „Sprit, Lohn, Verpackung, Transport, Fahrzeuge, Versicherung – überall fallen Kosten an, nur die Gemüsepreise steigen nicht“, sagt der Bardowicker. Doch nicht nur der fehlende Umsatz macht den Landwirten das Leben schwer – auch die Auflagen, die ein ernst zu nehmender Landwirt einhalten sollte, werden ständig strenger. Neben dem QS-Zertifikat, das für die Einhaltung der Richtlinien in Sachen Qualität und Sicherheit steht, definieren die Richtlinien der EUREPGAP Mindestanforderungen für den Gemüseanbau. „Eigentlich sind die Anforderungen selbstverständlich. Trotzdem muss ich meine Mitarbeiter immer besser einweisen“, erzählt Steffen Maack. Zwar sei es klar, dass die Erntehelfer beim Wurzelsortieren nicht essen oder rauchen sollten und dass neben den Feldern eine Toilette zur Verfügung stehen müsse, aber „alles, was selbstverständlich ist, muss kontrolliert werden.“ Für einige dieser Richtlinien kann der Bardowicker Gemüsebauer kein Verständnis aufbringen: „Einerseits läuft das Wild über die Kultur, aber beim Ernten müssen desinfizierte Messer benutzt werden“, wundert er sich. Grundsätzlich ist kein Betrieb gezwungen, sich den Qualitätskontrollen zu unterziehen. Aber eine Rückverfolgbarkeit der Waren wird immer mehr gefordert. „So hat man die Sicherheit, dass der Lebensmittelhandel einem die Waren auch abnimmt“, erklärt Maack.
Dass das Geschäft mit dem Gemüse in diesem Jahr so schlecht läuft, schiebt Maack auch auf das veränderte Kaufverhalten der Kunden. „Es gibt immer mehr kleine Haushalte, für die schon ein ganzer Kohlkopf zu viel ist. Die Leute kaufen heute andere Mengen und essen auch viel Gemüse aus der Dose oder Tiefkühlprodukte“, meint er. Außerdem würden „neuere“ Gemüsearten wie Zucchini und Paprika das „Grobgemüse“ verdrängen.
Steffen Maack hat in Bardowick und Umgebung Gemüse auf einer Fläche von 80 Hektar angebaut. Seit Mitte Juli und bis zum starken Frosteinbruch werden am meisten Möhren geerntet, pro Erntesaison etwa 600 bis 700 Dezitonnen pro Hektar. Neben ausländischen Mitarbeitern hilft ihm seine Familie bei der Ernte, auch wenn seine Frau noch einem anderen Beruf nachgeht. „Früher hatte man die Einstellung, dass man sich als Landwirt eine Frau nimmt, die auf dem Hof hilft, aber ich heirate ja keine Arbeitskraft“, sagt Maack. 

 

Bardowicks bunter Festumzug durch die Gemüsekammer des Landkreises 

aus der Landeszeitung, 20.09.2004
Sage da noch einer, die Bardowicker Gemüsebauern hätten keinen erstklassigen Draht zu Petrus: Gestern Morgen noch regnete es wie aus Eimern - das war gut für das Gemüse auf den Feldern. Doch dann ließ sich für den Rest des Tages die Sonne blicken. Und das hob gewaltig die Stimmung bei Norddeutschlands größtem Erntedankfest mit vielen tausend Besuchern in Bardowick.23  Wagenbaugemeinschaften machten diesmal mit, dazu 16 Motivwagen, die liebevoll von Kindern gestaltet worden waren. "So viele waren schon lange nicht mehr dabei", quittierte denn auch Hermann Bardowicks, Vorsitzender des Festausschusses des Bardowicker Gemüsebauvereins, das Engagement. Seit den 50-er Jahren finden die jährlichen Erntedank-Umzüge rund um den Bardowicker Dom statt - und dennoch fallen den Wagenbauern immer neue Ideen für ihre Motivwagen ein, wobei das Gemüse, ganz klar, im Vordergrund steht.Aber auch die olympischen Spiele inspirierten offenbar einige Bastler: So zierten einen Wagen die olympischen Ringe, einen anderen ein Siegerpodest. Aber auch Obelix rollte überdimensional an den Bardowickern vorbei - genauso eindrucksvoll, wie der riesige Blütenwal, aus dessen Luftloch wie beim lebenden Vorbild eine Wasserfontäne schoss.
"Wenn man ein so großes Publikum nach Bardowick locken möchte, muss man schließlich etwas bieten", lobte Bardowicks erster Rathmann, Manfred Harms, den Ideenreichtum der Teilnehmer. "Bardowick ist die Gemüsekammer des Landkreises Lüneburg", befand Landrat Franz Fietz, der in seinem Grußwort die hohe Bedeutung der Landwirtschaft hervor hob. Auch wenn die Zahl der Betriebe bundesweit in den vergangenen 50 Jahren dramatisch zurückgegangen sei von einstmals 2,3 Millionen Höfen auf heute nur noch etwa 500 000. Für "faire Preise für qualitativ hochwertige Lebensmittel" setzte sich in seinem Grußwort Kreislandwirt Hans-Jürgen Detje ein: "Nach der extremen Nässe 2002 und der Trockenheit 2003 haben wir dieses Jahr eine gute Ernte", betonte Detje - "das darf jedoch nicht dazu führen, dass die Preise deshalb in den Keller fallen und die Lebensmittel jetzt in den Supermärkten regelrecht verramscht werden."

 

Mona schwingt das Wurzelzepter

aus der Landeszeitung, 15.03.2004

Mona Dubber heißt die neue Bardowicker Wurzelkönigin. Unter dem Beifall der zahlreichen Gäste wurde die 18-jährige Tochter des Samtgemeindebürgermeisters Günter Dubber am Sonnabend im Gasthaus Zum Anker zur 40. Majestät gekürt. Mona Dubber tritt die Nachfolge von Daniela Harms an. Die Wurzelkönigin wird von demjenigen gewählt, der beim vorjährigen Erntedankfest dafür sorgte, dass die Erntekrone von der Landjugend gebunden wurde. "Und das war Hubertus Welz", sagte Hermann Bardowicks, Vorsitzender des Festausschusses im Gemüsebauverein. Welz war es auch, der die neue Wurzelkönigin ausrief. Mona Dubber erkor anschließend Yvonne Paro und Katharina Post zu ihren Hofdamen.  Zu den ersten Gratulanten gehörte der Vater. Der Wurzelball sei immer etwas Besonderes, lobte Günter Dubber, der auch Gäste aus den Partnergemeinden Venhuizen (Niederlande) und Skoki (Polen) begrüßte. Bereits zum zweiten Mal waren sie beim Bardowicker Wurzelball dabei. Zudem dankte Dubber Vorjahresmajestät Daniela Harms und ihren Hofdamen. "Bardowick lebt von der Tradition. Sie macht den Ort zu etwas Besonderem, und die Landjugend trägt einen großen Teil dazu bei", so der Verwaltungschef. Statt Blumen überreichte Bardowicks Erster Rathmann Manfred Harms der neuen Wurzelkönigin und ihren Hofdamen einen Umschlag mit "Königsgeld". Und einen guten Rat hatte Harms für Mona Dubber auch parat: "Das Geld können Sie gut in Sekt anlegen." Blumen gab es für die neue Wurzelmajestätin dann doch noch - von Venhuizens Bürgermeister Roy Ho Ten Soeng, der auch für Wittorfs Heidekönigin Janin Meyer einen Strauß mitgebracht hatte. 
Mona Dubber besucht zurzeit die Erzieherinnen-Fachschule in Lüneburg. Danach will sie studieren, um Grundschullehrerin zu werden. Der Landjugend trat sie Anfang 2002 bei, ist zudem DLRG- Rettungsschwimmerin. Nach einem festlichen Essen führte die Landjugend Volkstänze und Sketche auf. Der anschließende Wurzelball dauerte bis in den frühen Morgen.

 

Klassiker des Winters:
Grünkohl-Ernte ist in vollem Gange
aus der Landeszeitung, 28.10.2003

Von oben und weit weg sehen manche Sorten aus wie überdimensionaler Brokkoli, in Wirklichkeit ähnelt die Grünkohl- Pflanze jedoch viel mehr einer Palme: Gelbe Blätter fallen unten ab, weiter oben biegen sie sich an langen Stielen Richtung Erde. Landwirt Oliver Gade greift zum Messer, schneidet einen Kopf ab. Seit Anfang des Monats erntet er das gesunde Gemüse von seinen Feldern in Bardowick.

Längst nicht alle Sorten brauchen heutzutage noch den ehemals obligatorischen Frost: Kohlköpfe mit den neumodischen Namen Buffalo und Reflex sind auch vor den ersten Nächten mit Temperaturen unter null Grad genießbar. Bauern, die für die Industrie produzieren, ernten ihr Gemüse daher bereits einen Monat früher als Landwirte wie Oliver Gade, die für den Frischmarkt arbeiten. Ratsch, ratsch - der 37-jährige Bardowicker zieht das Blattgrün von den Strunken ab, übrig bleibt ein Skelett aus lindfarbenen Stielen. "Das wird an Milchvieh verfüttert, die Kühe sind ganz wild darauf", erzählt Gade, "wenn es keinen Grünkohl mehr gibt, werden die manchmal richtig sauer." Bis kurz vor Weihnachten schmeckt das Gemüse am besten. Danach gibt es zwar noch Kohl, die Qualität lässt durch ständiges Frieren und Auftauen allerdings nach. Trotzdem ist die Güte des Kohls nicht immer an seinem äußeren Erscheinungsbild zu erkennen: So gebe es Sorten wie Fribor oder Moosbor, die hellgrün seien und sehr zarte Blätter hätten, erzählt der Landwirt. "Die Leute kaufen sie aber nicht, weil sie denken, der Kohl sei alt." Also bauen seine Kollegen und er heute nur noch dunkelgrüne Sorten an. "Das Auge zählt eben - leider." Dabei glänzt das Gemüse auch mit seinen inneren Werten: Viele Vitamine liefern die im Winter nötigen Abwehrkräfte, "es müssen nicht immer tropische Zitrusfrüchte sein". Trotzdem essen gerade junge Leute immer weniger Grünkohl - "den gibt's schließlich nicht beim Pizza-Service", schmunzelt Gade.

Einen Tipp für viel Beschäftige liefert er gleich mit: einmal eine große Menge kochen und den Rest einfrieren. Mutter Gudrun Gade erklärt, wie: Zunächst muss der Kohl abgekocht werden, anschließend für weitere zwei bis zweieinhalb Stunden köcheln. "Das Wasser nur bis eine Handbreit unter den Kohl füllen", rät sie. Gewürzt wird mit Zucker, gehackten Zwiebeln, Nelkenpfeffer und Salz. Welches Fleisch mit in den Topf kommt, ist dabei reine Geschmackssache.

zurück zum Seitenanfang

Bardowick feierte sein Erntedankfest

aus der Landeszeitung, 23.09.2003

Auf gut 6000 schätzt Hermann Bardowicks jun. die Zahl der Besucher beim Bardowicker Erntedankfest: "Endgültig wissen wir das erst in ein, zwei Wochen", erklärt der Vorsitzende des Festausschusses am Montag. "Es gab keine besonderen Vorkommnisse, alles ist glatt abgelaufen", zieht er ein erstes allgemeines Resümee der Veranstaltung: "Das zum ersten Mal vor dem alten Feuerwehrgerätehaus aufgestellte Festzelt mit Platz für 250 Personen ist gut angenommen worden."

Neu "im Angebot" waren auch die acht eingeladenen Königinnen aus der Region. Den weitesten Weg nach Bardowick legte die Rosenfee Nadine Rosenmeyer aus Hann. Münden zurück. Aus dem Nachbarbundesland Mecklenburg-Vorpommern kam die Boizenburger Hyazinthenkönigin Ingrid Riedel. Alle acht fuhren in einer Kutsche im Festumzug mit. Die Wittorfer Heidekönigin ist in jedem Jahr dabei.

Im Mittelpunkt des Festes standen auch die Musikzüge Duderstadt, Plön/ Preetz, Avanti aus Groningen (Holland), Magic Melodie aus Hamburg, die Spielmannszüge aus Wittorf und Bardowick sowie das Blasorchester Salzhausen, die beim Umzug und auf dem Platz in der Worth ihre Musik- und Marschkünste zeigten.

Farbenprächtig präsentierten sich die 23 Ernte- und 15 Jugendwagen, gebaut in vielen Stunden. Gut drei Monate haben beispielsweise die 13 Mitglieder, 17 bis 48 Jahre alt, der Wagenbaugemeinschaft Dorfstraße an ihrem Motiv "Bundeslade mit 10 Geboten" gebastelt. "Die Ähren haben wir mit Goldlack besprüht und mit Fliesenkleber auf die Form aus Spanplatten geklebt", berichtete Klaus Hämmerling. Gezogen wurde der Wagen von einem mächtigen Lanz Bulldog, Baujahr 1952. Die Bundeslade belegte den vierten Platz. "Darüber sind wir doch ziemlich enttäuscht", meinte Markus Winkler, "wir haben uns weiter vorn gesehen."

zurück zum Seitenanfang


Neue Wurzelkönigin auserkoren

aus der Landeszeitung, 10.03.2003



Strahlende Gesichter nach der Bekanntgabe der Wurzelkönigin. Majestät Daniela Harms (Mitte) präsentiert sich flankiert von Sandy Welz (l.) und Yvonne Paro (r.).


Die neue Wurzelkönigin heißt Daniela Harms. Unter großem Beifall der Gäste wurde sie am Sonnabend im Gasthaus Zum Anker zur 39. Bardowicker Majestät gekürt.
Christian Behr, Sprecher der Landjugend, verkündete, dass die Landjugend Daniela Harms als Wurzelkönigin 2003 auserkoren habe. Zu ihren Hofdamen wählte diese sich ihre Vorgängerin Yvonne Paro sowie Sandy Welz.
Zu den ersten Gratulanten gehörte Bardowicks Erster Rathmann Manfred Harms. Er freute sich, dass die Tradition, eine Wurzelkönigin zu wählen, noch immer bewahrt werde. Nun könne die Wurzelkönigin sogar den Delegationen aus den Bardowicker Partnergemeinden Venhuizen (Niederlande) und Skoki (Polen) vorgestellt werden.
Auch Samtgemeindebürgermeister Günter Dubber gratullierte der neuen Wurzelkönigin Daniela Harms. Die Landwirtschaft mache derzeit einen großen Strukturwandel durch. Wenn er sehe, wieviel weniger Landwirte noch aktiv seien und wieviele Schwierigkeiten sie durch verschärfte Umweltschutzbestimmungen zu meistern hätten, dann sei es um so schöner, noch immer ein solches Traditionsfest feiern zu können. Dubber dankte Harms' Vorgängerin Yvonne Paro, die ihr Amt mit viel Engagement ausgefüllt habe. Er überreichte ihr ein kleines Präsent zum Abschied. Der neuen Wurzelkönigin und ihrem Gefolge wünschte Dubber viel Spaß und Freude an den kommenden Aufgaben.
Die neue Wurzelkönigin ist 19 Jahre alt und in der Ausbildung als Rechtsanwalts- und Notarangestellte. Sie engagiert sich nicht nur in der Landjugend, sondern spielt auch Fußball. Seit Jahren gehört Harms dem Turn- und Sportverein Radbruch an, für den sie im Tor steht. Außerdem ist die neue Wurzelkönigin Mitglied in der Schützengilde Bardowick.
Zu Beginn hatte der Festausschussvorsitzende des Gemüsebauvereins, Hermann Bardowicks jr., auch die amtierende Heidekönigin Sandra Heitmann begrüßt. Der scheidenden Wurzelkönigin Yvonne Paro dankte er im Namen des Gemüsebauvereins für die vielen Aufgaben, die sie im vergangenen Jahr wahrgenommen habe.

zurück zum Seitenanfang

Grünkohl mag keinen Frost

aus der Landeszeitung, 10.01.2003

Wintergemüse bleibt auf den Feldern - Bei der Ernte würde es zerspringen

ca Bardowick. Grünkohl braucht Frost - denkste: Ein bisschen mag ja gut und schön sein, aber die Eisglocke, die sich über die Region gestülpt hat, tut dem Wintergemüse ganz und gar nicht gut. "Wir können im Moment nicht ernten", sagt die Bardowicker Bauersfrau Ilse Isenberg. Sie greift auf dem Feld nach Blättern und Strunk. Es knistert wie Pergamentpapier und das Grün zerbröselt: "Der ist hin."
Deshalb lassen Ilse Isenberg und ihr Mann Hartmut Grünkohl, aber auch Porree auf dem Acker und hoffen auf Tauwetter. "Wir müssen sehen, ob wir das Gemüse dann noch nutzen können." Noch tragen die buschigen Kohlstrünke eine Mütze aus Schnee. Als die Landwirtin ihn abklopft, sieht der Kohl aus, als habe er Angst, nicht mit Brühe, etwas Zucker, Schmalz und Haferflocken in einen Topf zu wandern, traurig hängt das Grün nach unten. Ilse Isenberg zupft an einigen gelben Stellen der Blätter: "Das können Sie nicht nehmen."
Würden die Bauern den Kohl jetzt schneiden, "wird er zu Hause einfach schwarz", erzählt die Bardowickerin. Will heißen: Sie kann ihn wegwerfen. Vor einer Woche haben die Isenbergs zu Letzt geerntet: "Vergangenen Freitag hatten wir mittags keinen Frost, wir konnten den Schnee abschütteln und schneiden." Ganze Berge von Kohl liegen jetzt in der Gemüsewaschküche, die polnische Arbeiterin Hendrika stopft den Kohl händeweise in Beutel. Ware für den Großmarkt. Gestern Abend um kurz nach elf fuhren die Isenbergs nach Hamburg, um das Gemüse heute zu verkaufen.
Dieser Winter verwöhnt den Kohl, der am besten mit Röstkartoffeln, Bregenwurst, Kasseler und Senf schmeckt, nicht gerade. "Vor Wochen hatten wir kalten Ostwind und keinen Schnee, der das Gemüse zudeckte. Das war Gift", sagt Ilse Isenberg. Davon werde der kräuselige Kohl nämlich braun. Und der sibirische Dauerfrost schaffe dem Kohl nun auch kein Behagen: "Die Zeit ist wirklich zu lang." Bis minus zwei Grad können die Isenbergs den Kohl noch vorsichtig ernten: "Am besten dafür sind aber so vier, fünf Grad plus."
Aber warum heißt es denn nun, dass der Kohl Frost brauche ? "Das kommt daher, dass im Sommer Ungeziefer am Kohl war", erklärt Ilse Isenberg. Die Kälte lasse die Krabbeltiere erfrieren. Doch am besten bekommt dem Kohl, bevor er in den Topf geworfen wird, natürlich eine anständige Wäsche, die Käfer und Sand entfernt.

zurück zum Seitenanfang

Gemüse im Netz – eine verkrückte Sache

aus Krudeblatt, August 2002: http://www.krudeblatt.de/seiten/_1210_1a.htm

Gemüse und Bardowick – das sind zwei Begriffe, die einfach zusammengehören. Und das soll im Internet, also dem weltweiten und für jedermann zugänglichen Netz der Netze, nicht anders sein. Momentan muss sich der von landwirtschaftlichen Betrieben gebildete Versuchs- und Beratungsring Bardowick e.V. allerdings noch mit einer Hilfskonstruktion begnügen. Denn die Rechte an der reizvollen Domain bardowick.de liegen in den Händen eines Cuxhaveners Privatmannes. Verhandlungen über eine weitergehende Nutzung der begehrten Adresse laufen jedoch, bestätigt Ringleiter Erich Klug. Die derzeit vereinbarte Nutzung ist eine Lösung mit Umleitungscharakter: Eigene Inhalte bietet die Web-Adresse www.bardowick.de nicht; stattdessen erfolgt eine Weiterleitung zum bereits vor zwei Jahren geschaffenen Angebot des Versuchs- und Beratungsringes unter der Domain fit-durch-gemuese.de. Somit ist zwar eine Verbindung der »einfach zusammengehörenden« Begriffe Gemüse und Bardowick auch im Internet gegeben – aber eben nur eine hilfsweise.
Reizvolle Adresse 
Reizvoll ist die Domain bardowick.de übrigens nicht nur für den Versuchs- und Beratungsring: Ein gewisses Bemühen um die attraktive Adresse von kommunaler Seite kann Günter Dubber, seines Amtes Bürgermeister der Samtgemeinde und Gemeindedirektor des Fleckens Bardowick, nicht in Gänze verhehlen. Irgendwelche rechtlichen Schritte jedoch – und das sagt der Verwaltungschef ganz klar und eindeutig – sind nicht eingeleitet.
Verglichen mit dem gegenwärtig wohl eigentlichen und eher allgemeinen Bardowick-Portal www.bardowick.com des Bardowickers Horst Rhau ist fit-durch-gemuese.de eine Plattform mit besonderer Ausrichtung. Hier stellt der Versuchs- und Beratungsring die Bedeutung und die Eigenschaften von einheimischen Erzeugnissen aus landwirtschaftlichem Anbau vor.
Einheimische Erzeugnisse
Dabei geht es beispielsweise um die Produkte (neben Gemüse Obst) an sich, ihren Wert für die Ernährung, ihre Lagerung und Frischhaltung (im Haushalt), ihre Verwendung (Rezepte) und die Stellung der Agrarwirtschaft als Faktor in der Gesamtwirtschaft. Vorgestellt werden zudem einzelne Betriebe des Ringes und die Möglichkeiten, sich direkt bei ihnen und weiteren Verkaufsstellen (Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein) zu versorgen. Alles in allem dient fit-durch-gemuese.de der Information und dem Werben um Vertrauen – natürlich vorzugsweise in Richtung der Verbraucher.
Gepflegt und gestaltet wird die Web-Site von Kai Maack, der seinerzeit (vor zwei Jahren) bei der Landwirtschaftskammer Hannover tätig gewesen ist. Die Idee für einen eigenen Auftritt im Internet ist vom Versuchs- und Beratungsring selbst aufgeworfen worden, erzählt Erich Klug. Da der Ringleiter hauptberuflich in den Diensten der Landwirtschaftskammer steht, hat es schnell die nötigen Kontakte und die nach wie vor währende Unterstützung gegeben.

zurück zum Seitenanfang

Gemüseanbau unterm Dom

Eine Reportage aus Niedersachsens traditionsreicher Gemüsehochburg Bardowick, 06.10.2002, 06:30 Uhr auf NDR Info

1.200 Jahre alt ist der kleine niedersächsische Ort Bardowick in der Nähe von Lüneburg. Lange Zeit war er ein wichtiger Handelsplatz am Rande des großen Slawenreichs mit Stadtrecht, Münze und neun Kirchen.
Heute ist Bardowick ein Zentrum des Gemüseanbaus, ein Ziel für alle Menschen, die einmal Gemüseduft schnuppern wollen oder an dem ganz besonderen Umzug am Erntedankfest interessiert sind.
Die Reportage schildert die Probleme der Gemüsebauern, ihre harte, mühevolle Arbeit und die schwierige Suche nach Arbeitskräften. Und es geht um die Qualität der angebauten Gemüsesorten und um den starken Preisdruck, weil die Verbraucher möglichst billig einkaufen wollen.

zurück zum Seitenanfang

"Die Natur hat ihre eigenen Gesetze"
Erntedankfest im Domflecken lockt 5000 Besucher an

aus der Landeszeitung, 23.09.2002

Der Sieger am Tag der gestrigen Wahl stand für die Bardowicker bereits am Nachmittag fest: "Ob Schröder oder Stoiber ist hier jetzt egal, Bardowicker Gemüse ist immer erste Wahl", hieß es auf dem Wagen Nummer 20. Der Spielmannszug des Fleckens hatte zum Erntedankfest des Gemüsebauvereins aus Blumen, Ähren und Gemüse eine Säulengrafik und Urnen gebastelt. Etwa 5000 Besucher bestaunten den Umzug mit 21 große Wagen, gestaltet von Vereinen und Gemeinschaften.
Zum 51. Erntedankfest hatte der Bardowicker Gemüsebauverein eingeladen. Seit 25 Jahren beteiligt sich daran die Wagenbaugemeinschaft "Nodeldiek" um Werner Bardowicks und Ingrid Meyer. Etwa 5000 rosafarbenen Dahlien, erzählte Werner Bardowicks, habe die Gruppe benötigt, um ein großes Schwein zu bilden.
"So viele Blüten zu bekommen, war schwierig, ", berichtete er, sei doch die Blumenernte aufgrund der Witterung im Sommer - zuerst zu feucht, dann zu trocken - ausgesprochen dürftig ausgefallen. "Hochwasser, Gewitter und Sturm, in unserer Umwelt steckt der Wurm, damit wir alles überstehen, gibt es Gemüse hier zu sehen", reimte denn auch die Wagenbaugemeinschaft. Die Flutkatastrophe mit ihrem Einfluss auf die Landwirtschaft stand auch im Mittelpunkt aller Reden. "Die Natur hat noch immer ihre eigenen Gesetze. Das hat sie 2002 gezeigt", meinte Hermann Bardowicks, Vorsitzender des Festausschusses.
"Die Freude über das, was in Feld und Flur herangewachsen ist, ist überschattet durch die hohen Verluste durch den Dauerregen", bedauerte Kreislandwirt Hans-Jürgen Detje. Allein bei der Getreide- und der Rapsernte seien Einbußen bis zu 50 Prozent zu verzeichnen. Viele Bauern seien akut in ihrer Existenz gefährdet, erklärte der Kreislandwirt und forderte die Festbesucher zur Nachdenklichkeit und Dankbarkeit auf.
Als "Gemüsekammer des Landkreises" bezeichnete Jens Kaidas, stellvertretender Landrat, den Flecken. Von den Anfängen des Gemüsebaus bis heute habe sich viel verändert. Lebensmittelskandale in jüngster Vergangenheit und das Hochwasser hätten den Gedanken ans tägliche Brot und somit das eigentliche Anliegen des Erntedankfestes den Menschen wieder nähergebracht. Manfred Heinrichs, stellvertretender Samtgemeindebürgermeister Bardowicks, nannte die Veranstaltung eines der "größten und volkstümlichsten Erntedankfeiern im norddeutschen Raum".
Eine siebenköpfige Jury, so Vorsitzender Hermann Bardowicks, bewertete die Wagen. Beurteilt wurden Idee, Handarbeit und Gesamtbild. Maximal waren 21 Punkte zu vergeben. Prämiert wurden - Jugend: 1. Leuchtturm, Flötenmäuse; 2. Gießkanne, Saskia/Jana Matthias; 3. Schneemann, Michael/Daniel Rieckmann.

Erwachsene: 1. Altar, Wagenbaugemeinschaft (WGB) Stephan Kruse; 2. Dürers Hände, WGB Dorfstraße; 3. Ziehbrunnen, WGB Bahnhof.

zurück zum Seitenanfang

Äcker sind wie Seenplatten
Landwirten steht Wasser buchstäblich bis zum Hals 
- gewaltige Ertragseinbußen

aus der Landeszeitung, 13.08.2002:

Irgendwann muss es doch mal ein Ende haben - ein vergeblicher Wunsch. Immer wieder schießen Sturzbäche vom Himmel. Der Boden ist so vollgesogen, dass er kein Wasser mehr aufnehmen kann. Landwirte klagen über Ernteschäden, Bürger über abgesoffene Keller. Die freiwilligen Feuerwehren müssen immer wieder ran und helfen. Eine Zwischenbilanz von der Schlechtwetterfront.Bei so viel Regen hilft nur noch Galgenhumor: "Verglichen mit den Regionen in Österreich oder Bayern stehen wir noch richtig gut da", sagt Dieter Steffan vom Landvolkverband Lüneburg. Doch auch im Landkreis haben sich viele Äcker zu Seenplatten verwandelt. Die Böden sind so aufgeweicht, dass der Einsatz von Maschinen unmöglich ist.
"Wenn es heute aufhören würde zu regnen, müsste ich noch 14 Tage warten, bis meine Flächen wieder befahrbar sind", stellt ein Landwirt aus der Elbmarsch gestern frustriert fest. Die Landwirtschaftskammer Hannover rechnet bereits mit den größten Ertrags- und Qualitätseinbußen der vergangenen Jahrzehnte.
Die EU hat deshalb Ausnahmeregelungen beschlossen, um Landwirten, die von Hochwasser und Nässe besonders betroffen sind, zu helfen: "Betriebe, bei denen mindestens 33 Prozent der Futterflächen überschwemmt sind, dürfen auch stillgelegte Flächen für die Unterbringung und Ernährung des Viehs nutzen", erklärt Henning Behn vom Lüneburger Amt für Agrarstruktur. Bei dieser Behörde müssen betroffene Landwirte auch ihren Genehmigungsantrag stellen. Dazu müssen sie schriftlich erklären,
dass 33 Prozent ihrer gesamten Futterfläche unter Wasser steht
dass durch die Nutzung kein Gewinn erzielt wird.
Dem Antrag müssen eine zeichnerische Darstellung der überschwemmten Flurstücke auf einem Flurkartenausschnitt sowie Fotos der überschwemmten Teilflächen mit genauer Gemarkungs- und Flurbezeichnung sowie die Flurstücksnummer beigefügt werden.
Experten rechnen durch den Dauerregen mit gewaltigen Ernteeinbußen: Vielerorts haben die Regengüsse die Getreidefelder regelrecht plattgewalzt. "Weizen, Roggen und Sommergerste haben größtenteils nur noch Futterqualität", bilanziert Dieter Steffan. Das bedeutet, die Bauern können ihr Getreide nur noch zu einem weit niedrigeren Preis verkaufen. Und: "Es steht jetzt schon fest, dass die Landwirte mindestens eine Tonne je Hektar weniger ernten werden als in normalen Jahren", teilt die Landwirtschaftskammer Hannover mit.
Auch bei der Kartoffelernte sieht es vielfach düster aus: Zwischen den Kartoffeldämmen steht das Wasser, das feuchte Wetter begünstigt die Pilzkrankheit Kraut- und Knollenfäule. "Weihnachten werden wir sehen, wieviele Kartoffeln wirklich noch haltbar sind", orakelt Steffan. Er befürchtet, dass die Ernteausfälle bei der Kartoffel letztlich bis zu 70 Prozent betragen werden.
Die einzige Feldfrucht, bei der die Bauern derzeit noch hoffen dürfen, ist die Zuckerrübe: "Da sind negative Auswirkungen durch den Regen noch nicht zu erkennen", so Steffan.

zurück zum Seitenanfang

Bauern führen Tagebuch
Weg des Gemüses kann zurückverfolgt werden

aus der Landeszeitung, 12.08.2002:

Mit dem Möhren-Ertrag von einem Hektar Ackerland dürfen Landwirte bei den großen Handelsketten heute gar nicht erst ankommen. Die Zentralisierung spitzt sich zu. Einkäufer erwarten das ganze Jahr über Produktionssicherheit. Doch der wirtschaftliche Ablauf widerspricht dem natürlichen. Um den Spagat zwischen Vermarktung und Verbraucherschutz hinzukriegen, gründete sich 1999 in Norddeutschland die Erzeugerorganisation Godeland (EO). Mittlerweile umfasst sie 100 Bauern - elf aus dem Landkreis Lüneburg. Godeland-Geschäftsführer Egon-Friedrich Schmölcke aus Glückstadt machte jetzt einen Abstecher und besuchte den Hof von Landwirt Klaus-Eduard Remien in Deutsch Evern.
Führte der Weg der Erzeugnisse früher vom Produzenten über Großhandel und Einkaufsketten letztlich zum Endverbraucher, falle die Verteilerstufe Großhandel mittlerweile raus, berichtet Schmölcke: "Der Gemüseeinkauf in Deutschland läuft nur noch über höchstens 14 Schreibtische. Die Bedingungen der Handelsketten überfordern den einzelnen Bauern."
Stichwort Qualitätssicherung: Die EO Godeland baut integriert an, jeder Produktionsschritt muss transparent sein. "Wer im Laden Möhren kauft, kann mich anrufen, mir die Erzeugernummer sagen und ich nenne ihm den Betrieb von dem die Möhre kommt", verspricht Schmölcke. Dr. Rainer Härig vom der Landwirtschaftskammer Weser-Ems bestätigt: "Im integrierten Anbau müssen die Bauern ein Betriebstagebuch führen. Damit kann der Weg des Produktes bis auf den Schlag genau zurückverfolgt werden."
Remien ist es wichtig, in Zeiten von Lebensmitteln-Skandalen das Vertrauen der Verbraucher nicht zu verspielen. Zwei Prozent seines Umsatzes "plus nicht ermittelbare Kosten für zusätzliche freiwillige Auflagen" investiert er, um die Kriterien zur Qualitätsicherung im kontrollierten Anbau zu erfüllen: etwa Schadschwellen für Dünge- und Pflanzenschutzmittel. Brachte Remien früher nach Augenmaß und dem Motto "viel hilft viel" Stickstoff in die Erde, nimmt die EO-Godeland jetzt während der Wachstumsphase und im Herbst Bodenproben, um Überdüngung zu verhindern.
Anbauplanung und Ernteprognose sind weitere Schlagworte, "damit wir nur produzieren, was auch verbraucht wird", so Schmölcke. Effekt für die Verbraucher: Frischegarantie.
"Die Qualität des Gemüses und die umweltschonende Nutzung des Bodens sichern wir durch länderübergreifendes Arbeiten", sagt Schmölcke. In industrialisierten Erzeugergemeinschaften würden Bauern oft gezwungen, Böden mit ungeeigneten Pflanzen zu bebauen.
"Wir verteilen die Kulturen länderübergreifend, um die klimatischen Gegebenheiten der vier Regionen - Dithmarschen, Glückstadt (Schleswig-Holstein), Vierlande (Hamburg) und Lüneburg - zu nutzen." Komme Bauer Remien etwa wegen der Nässe nicht aufs Feld, obwohl er an der Reihe ist, springe eben ein anderer Kollege ein und stellt die Produkte bereit.

zurück zum Seitenanfang

Frischer Spargel singt !

von Martin Teske, http://www.mmanuskriptt.de, der Pressedienst der Lüneburger Heide:

Gourmets freuen sich auf die Saison Bardowick. Die Spargelsaison in Bardowick ist eröffnet. Nur einige, ganz ungeduldige Spargelwirte haben unter Folie schon früher ihre begehrten, weißen Stengel ernten können. Familie Burmester aus Bardowick erntet nach traditioneller Weise und kann froh sein, wenn von den geernteten Stangen überhaupt etwas auf dem Großmarkt landet – ein großer Teil der täglichen Ernte wird bereits ab Feld gekauft. Von Gourmets, denen das Wasser schon beim Anblick eines staubigen Spargelfeldes im Mund zusammenläuft. Was Familie Burmester mit zum Großmarkt nehmen kann,
wird in verschiedene Handelsklassen unterteilt. Die richten sich nach Farbe und Durchmesser der Stengel. Spargel wird in unterschiedlichen Güteklassen angeboten, die sich im Preis erheblich voneinander unterscheiden. Am teuersten ist die Güteklasse extra. Die Stangen sind gerade gewachsen und haben geschlossene Köpfe. Güteklasse zwei hat leicht geöffnete Köpfe und darf etwas gebogene Stangen haben. Bruchspargel ist letztlich als dritte Güteklasse zu erwerben – bestens geeignet für eine Spargelsuppe oder als Ragoutbeigabe. Frische und Geschmack drücken sich übrigens nicht in der Handelsklasse aus. Und gerade auf die Frische kommt es an, will man nicht die langen Gesichter bei Tische sehen, die den holzigen Spargel von einer Backe in die andere schieben. Wer wissen möchte, ob sein erstandener Spargel frisch ist, der braucht nur zwei Regeln zu beachten. 
Erstens: Frischer Spargel singt, beim aneinanderreiben der Stengel entsteht ein quietschendes Geräusch, das nur  frischer Spargel von sich gibt. 
Regel Nummer zwei: Die Schnittstellen sind weiß und
saftig, wenn man sie zusammendrückt, spritzt Flüssigkeit heraus.  Spargel, der im Supermarkt verkauft wird, trägt oft eine Plastikbanderole um die Stengel herum. Wer sich für einen Kauf dieses Spargels entscheidet, sollte sich nicht scheuen, dem Spargel die „Puschen auszuziehen“ , um die Schnittstellen zu begutachten. Wird das Edelgemüse zu Hause nicht gleich verzehrt, sollte man es in ein feuchtes Tuch einschlagen und im Kühlschrank lagern. Wer sich das mühsame Spargelschälen etwas leichter machen möchte, der greift übrigens auf grünen Spargel zurück. Nur das untere Ende ist ein wenig holzig
und läßt sich leicht mit einem Sparschäler entfernen. Grün ist er, weil er überirdisch wächst. Seine Stangen sind wesentlich dünner als die des weißen Spargels, enthalten mehr Vitamin A und C und schmecken wie eine Mischung aus Spargel und Broccoli. 
Spargel ist ein uraltes Gewächs, das schon seit der Pharaonenzeit im Mittelmeerraum angebaut wurde. Man schätzte ihn damals schon aus vielerlei Gründen. „Schmeichelei des Gaumens“ nannte ihn der römische Gelehrte Cato. Liebessteigernde Kräfte wurden den kerzenförmigen Stengeln nachgesagt, ein weiterer Grund für die Beliebtheit. „Asparagus officinalis“ wird der Spargel von Botanikern genannt, das heißt soviel wie Apothekerspargel. Das hat auch seinen Grund:  In früheren Zeiten brauten Apotheker aus Spargel eine Essenz, die gegen Gicht und Nierenleiden eingesetzt wurde. Heute weiß man, daß die
Kräuterdoktoren von damals recht hatten. Spargel enthält vor allem reichlich Kalium und Asparagin, zwei Substanzen, welche die Nierentätigkeit anregen. Auch in Sachen Vitamine kann sich der Spargel mit anderen Gemüsen messen: Mit Vitamin A, B1 und B2 eignet er sich geradezu für eine Frühjahrskur oder  -entschlackung.
Ob mit klarer Butter, Sauce Hollandaise, Schinken oder Räucherlachs – der Phantasie sind in der Zubereitung keine Grenzen gesetzt. Bis zum 24. Juni wird von hiesigen Feldern der Spargel geerntet – für echte Spargelfans Grund genug, jetzt so richtig rein zu hauen ! 

zurück zum Seitenanfang