Der Viti- Turm

Die Zeugnisse der Geschichte des Viti- Turms reichen zurück bis in das 12. Jahrhundert. Während des 30 jährigen Krieges wurde die St. Viti Kirche zerstört.. Wahrscheinlich fiel sie 1627 der Niederbrennung Bardowicks durch dänische Truppen zum Opfer. Auch der alte Kirchturm brannte ab. Die dabei beschädigte Glocke wurde beim Wiederaufbau des Turmes repariert. Die Innenschrift der Glocke lautet: " Diese Glocke gehoret den Burgern zu Bardowick zu und ist umgegossen anno 1657. Ist Ambstvoget gewesen Peter Weye undt sind Radleute gewesen Hinrich Feling Lenert Fulman Peter Ditmers. Paul Voss hat mich in Luneburg gegossen." In den Jahren 1945/1946 wurde der Turm erneut stark beschädigt.  Der rasche Wiederaufbau ( bereits ca. 10 Jahre nach Kriegsende) zeugt von der schnellen wirtschaftlichen Erholung der Fleckengemeinde Bardowick durch den Gemüsebau als Haupterwerbszweig. Der Neubau des Turmes am Nordrand des St. Viti- Friedhofes war offenbar nicht mehr als Kirchturm, sondern nur noch als isolierter Glockenturm gedacht.
Die Glocke des Turmes hatte in seiner Geschichte mehrere Funktionen. Sie diente dem Flecken Bardowick als Sturmglocke für besondere Fälle, z.B. bei Feuer, Annäherung von Feinden oder sonstigen Notfällen. IM normalen Betrieb der Fleckenverwaltung rief die Glocke die Bürger zm Eddag- den alljärlichen vorgeschriebenen Versammlungen vor dem Gildehaus. Die Abfahrt eines Schiffes mit Gemüse nach Hamburg wurde ebenfalls von der Glocke angekündigt. Nach mündlicher Überlieferung lag die Aufgabe, die Glocke zu läuten, als Reallast auf der Stelle "Große Strasse 5".
Heutzutage wird die Glocke nur noch zum Jahreswechsel geläutet.

 

 

Quelle: Flecken Bardowick (1995): Festschrift zum 1200- jährigen  Jubiläum